Hausexplosion: Prozess um 21-fachen Mordversuch

Hausexplosion in Wuppertal

Hausexplosion: Prozess um 21-fachen Mordversuch

  • Mieter gesteht Manipulation an Gasleitung
  • Verteidiger: Mandant wollte sich umbringen
  • Alkoholmissbrauch und Eheprobleme

Im Juni 2018 explodierte ein Mehrfamilienhaus in Wuppertal. Das Gebäude brannte aus und stürzte dann in sich zusammen. Mit Glück blieb es bei fünf Schwerverletzten.

Gasleitung aus Suizidabsicht manipuliert

Laut Verteidiger hatte der 54-jährige Angeklagte in Suizidabsicht die Gasleitung des Wohnhauses manipuliert. Er gehörte zu den Schwerverletzten und galt lange als nicht verhandlungsfähig. Nach dem Einsturz bot sich den Rettungskräften ein Anblick wie aus Kriegszeiten: Trümmer auf der Straße, neben Habseligkeiten der Mieter. Viele verloren alles. Ein Auto wurde von den Trümmern nahezu zerquetscht.

Mutmaßlicher Verursacher schnell gefunden

Der jetzt angeklagte Hausbewohner war schnell im Zentrum der Ermittlungen. Er hatte eine Wohnung im Erdgeschoss des Hauses. Eine Mordkommission der Polizei und ein Sachverständiger fanden in den Trümmern Hinweise darauf, dass sich jemand an der Gasinstallation zu schaffen gemacht hatte.

Eheprobleme trieben Mieter in Verzweiflung

Im Prozess ließ der 54-jährige über seinen Anwalt erklären, seit Jahren unter Alkoholproblemen und gescheiterten Ehen zu leiden. Er habe bereits mehrere Suizidversuche hinter sich und sei mehrfach in der Psychiatrie gewesen. Als auch seine zweite Ehe scheiterte, habe er einen neuen Suizidversuch beschlossen. Er habe die Gasleitung in seiner Wohnung geöffnet um "einzuschlafen". Warum er eine Zigarette anzünden wollte, wisse er nicht mehr. In Folge dessen war das Haus explodiert.

Angeklagter bittet im Verzeihung

Über Nacht organisierten viele Wuppertaler Hilfen für die rund 30 obdachlos gewordenen Menschen. Auch die Stadt sagte schnelle Hilfe zu. Die Bewohner brauchten praktisch alles, mussten wieder ganz bei Null anfangen. Im Prozess bat der Mann alle Bewohner um Verzeihung.

Stand: 30.01.2019, 12:59