Grüne Welle gegen Luftverschmutzung

"Green-City": Intelligente Verkehrssysteme in Wuppertal Lokalzeit Bergisches Land 19.08.2019 02:39 Min. Verfügbar bis 19.08.2020 WDR Von Rita Jäger

Grüne Welle gegen Luftverschmutzung

Von Rita Jäger

  • In Wuppertal drohen Fahrverbote wegen hoher Feinstaubwerte
  • Idee: Verkehrssteuerung gegen Luftverschmutzung
  • Grüne Wellen nach Bedarf per Computer-Steuerung

Die Stadt Wuppertal stellt am Montag (19.08.2019) eine neue Technik vor, die den Verkehrsfluss verbessern soll. Über Sensoren kann die Ampelschaltung die aktuelle Verkehrslage angepasst werden. Das Ziel: Weniger Schadstoffe.

Vor allem in der Rushhour geht es auf der Wuppertaler Talsohle nicht wirklich voran: Stop and Go ist allzu häufig die Devise. Die Konsequenz: Die Feinstaubwerte sind dramatisch hoch – Fahrverbote drohen. Doch das soll sich jetzt ändern: mit Green City.

4, 3 Millionen Euro können die Verkehrsplaner in Wuppertal bis Ende 2020 ausgeben. Die Fördermittel sind bewilligt und der Green-City-Masterplan steht auch schon. Die Idee: Verkehrssteuerung gegen Luftverschmutzung.

Sechs Programme regeln den Verkehr

Wuppertaler Verkehrsleitzentrale

Ein ganzes Zimmer voller Computer lenkt bislang den Verkehr in Wuppertal. Die Verkehrsmanager haben jede Ampelanlage und Kreuzung im Blick. Sechs Programme steuern je nach Uhrzeit die Grün- und Rotphasen. Alles hochtechnisiert und basierend auf analytisch erfassten Verkehrsdaten.

Digitale Luftverbesserung

Jetzt soll alles noch moderner und digitaler werden. Die bislang statischen, vorgegeben Programme werden ersetzt durch intelligente Steuerungssysteme. Dafür werden künftig zusätzlich Informationen über Topografie und Luftbeschaffenheit erfasst  – in Echtzeit.

Im Klartext: Wird die Luft dicker, lenkt das Verkehrsleitsystem selbstständig den Verkehr um. Wo es sich staut, werden etwa die Grünphasen verlängert. So ist zumindest der Plan von Rolf Kalmbach, Wuppertaler Verkehrstechniker und Vordenker von Green City. Jede noch so kleine Veränderung – etwa an der Länge einer Grünphase – wirkt sich auf die gesamte Stadt aus. Betroffen sind dann jedes Mal etwa 350 Ampeln, die angepasst werden müssen.

Auch die Stadt Hagen will Ampeln intelligenter schalten

Sensoren sammeln Daten

Stadtverkehr in Wuppertal

Die Ziele: Bessere Luft und weniger Staus. Nötig sind dafür hunderte von Sensoren, die Daten in der Luft und auf der Straße sammeln. Und auch die Autofahrer müssen mitmachen, mit Smartphone-Apps. Wer seine Daten zur Verfügung stellt, wird in Echtzeit auf der grünen Welle durch die Stadt geführt.

Bereits 2020 starten die notwendigen Umbauarbeiten auf der Straße und in der Verkehrsleitzentrale. Zum Ende des kommenden Jahres soll das Verkehrsmanagement zunächst auf vier Teststrecken starten. Wenn alles klappt, rollt der Verkehr dann mehr oder weniger reibungslos durch die Stadt.

Stand: 19.08.2019, 15:07