Wohin mit der Statue eines NS-Künstlers?

Diskussion um Arno-Breker-Statue Lokalzeit Bergisches Land 11.12.2019 02:36 Min. Verfügbar bis 11.12.2020 WDR Von Wolfram Lumpe

Wohin mit der Statue eines NS-Künstlers?

  • Wuppertaler Schule diskutiert über Statue von Arno Breker
  • Breker war einer von Hitlers Lieblingskünstlern
  • Diskussion um Zukunft und Standort der Statue

Das Wuppertaler Wilhelm Dörpfeld-Gymnasium hat eine große Statue der "Pallas Athene" auf dem Schulgelände. Seit 1957 empfängt die Statue der griechischen Göttin der Weisheit die Schülerinnen und Schüler. Das Problem: Die Skulptur wurde von Arno Breker geschaffen - ein Künstler, der in der Zeit des Nationalsozialismus Karriere machte.

Seit Jahren ist die Statue und ihr Standort auf dem Schulgelände umstritten. Am Mittwochabend (11.12.2019) soll in einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der Stadt, der Schule und mit Kulturschaffenden über ihr endgültiges Schicksal entschieden werden. Auch NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen wird zur Diskussion erwartet.

Soll eine Breker-Statue vor einer Schule stehen?

WDR 3 Mosaik 11.12.2019 06:12 Min. Verfügbar bis 10.12.2020 WDR 3

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Breker - ein umstrittener Künstler

Der Bildhauer Arno Breker bei der Arbeit

Arno Breker im Atelier (1940)

Arne Breker wurde im Jahr 1900 in Elberfeld geboren, lernte hier Steinbildhauerei, ging an die Elberfelder Kunstakademie. 1934 zog er nach Berlin und wurde dort drei Jahre später Professor an der Hochschule für Bildende Künste. In dieser Zeit arbeitete er viel für den NS-Staat und setzte Hitlers Idee von der "Herrenrasse" künstlerisch um.

Nach dem Krieg wurde Breker als "Mitläufer" eingestuft und erhielt zahlreiche weitere Aufträge aus öffentlicher Hand. Er starb 1991 in Düsseldorf.
Seine Rolle im Nationalsozialismus wurde bis dahin kaum diskutiert.

Statue war Auftragsarbeit der Stadt

Das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal-Elberfeld im Jahre 1963 mit der daneben stehenden Skulputur Athene von Arno Breker

Die Stadt Wuppertal hatte Breker im Jahr 1954 mit der Bronzefigur für das Wilhelm Dörpfeld-Gymnasium beauftragt, 1957 wurde sie aufgestellt.

Im Jahr 2003 wurde sie von Unbekannten beschädigt - und damit startete die Diskussion um ihren NS-Makel. Die "Pallas Athene" wurde zwar restauriert und wieder aufgestellt, aber mit einer Tafel, die die Skulpur und ihren Schöpfer historisch einordnet.

Dort steht unter anderem:

"Wir distanzieren uns von Brekers Rolle als führendem Bildhauer im NS-Staat. ... Wir schätzen “die Athene” als Wahrzeichen unserer Schule. Wir erkennen in dem Kunstwerk auch ein Zeitdokument, das Schule und Öffentlichkeit zum Nachdenken über das Verhältnis von Kunst, Moral und Politik auffordert."

Stand: 11.12.2019, 16:23

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