Mordfall Springmann: Freund des Enkels muss erneut vor Gericht

Revision im Mordfall Springmann: Prozess wird zum Teil neu aufgerollt Lokalzeit Bergisches Land 09.01.2020 04:23 Min. Verfügbar bis 09.01.2021 WDR Von Wolfram Lumpe

Mordfall Springmann: Freund des Enkels muss erneut vor Gericht

Von Wolfram Lumpe

  • Geschäftspartner des Enkels muss erneut vor Gericht
  • Springmann-Prozess: lebenslange Haftstrafe für Enkel rechtskräftig
  • Wuppertaler Unternehmer-Ehepaar ermordet

Nach dem Mord an dem Wuppertaler Ehepaar Springmann muss nun der Geschäftspartner des Enkels erneut vor Gericht. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Donnerstagnachmittag (09.01.2020) entschieden. Mit diesem Urteil hat er dem Revisionsantrag der Wuppertaler Staatsanwaltschaft stattgegeben.

Freund war zur Tatzeit im Haus

Fest steht, dass der Freund und Geschäftspartner zur Tatzeit im Haus der Springmanns gewesen sein muss - eindeutige DNA-Spuren belegen das. Eine Tatbeteiligung aber sei ihm nicht nachzuweisen, so die Urteilsbegründung in erster Instanz. Deswegen wurde der Freund und mutmaßliche Komplize des Enkels zunächst freigesprochen worden.

Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft sah das anders und ging deshalb in Revision. Die BGH hat diese Auffassung am Donnerstag mit seinem Urteil bestätigt.

Enkel muss lebenslang in Haft

Bereits am Donnerstagvormittag (09.01.2020) hatte der BGH entschieden, dass die lebenslange Haftstrafe für den Unternehmer-Enkel rechtskräftig ist.

Nach dem Mord an seinen Großeltern musste der Enkel des Wuppertaler Unternehmer-Ehepaares lebenslang in Haft, so das Urteil des Landgerichts Wuppertal in erster Instanz. Dieses Urteil hat der BGH damit bestätigt.

Enkel soll aus Habgier gemordet haben

Für die Wuppertaler Richter war bei ihrem Urteil im November 2018 klar: Der Springmann-Enkel sah seine Geldquelle versiegen. Sein Großvater war dahinter gekommen, dass der damals 26-Jährige dessen horrenden Zuwendungen verprasste, statt sein Studium zu beenden. Die Morde habe er verübt, als Enno Springmann ihm den Geldhahn zudrehen wollte.

BGH bestätigt Haftstrafe

Dagegen hatten die Verteidiger des verurteilten Enkels Revision eingelegt. Sie hatten den Wuppertaler Richtern unter anderem Verfahrensfehler vorgeworfen. Diese Revision wurde heute vom BGH verworfen. Er bestätigte heute, dass das Urteil gegen den Unternehmer-Enkel rechtskräftig sei. Dieser muss lebenslang hinter Gitter. Der Prozess gegen seinen Freund und Geschäftspartner wird nun neu aufgerollt.

Stand: 09.01.2020, 16:24