Schwebebahn muss wieder stillstehen

Schwebebahn: Fährt für ein Jahr nur am Wochenende

Schwebebahn muss wieder stillstehen

  • Schwebebahn soll nach den Sommerferien nur am Wochenende fahren
  • Werktags fahren ersatzweise Busse
  • Stadtwerke bereiten Klage gegen Hersteller aus Düsseldorf vor

Rund 200 unterschiedliche Einträge umfasst laut den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) die Mängelliste für die neuen Schwebebahnwagen. Das habe zur Folge, dass am Ende der Sommerferien nicht mehr genügend Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Die Folgen: Während der Ferien wird höchstens noch im Sechs-Minutentakt gefahren, ab Schulbeginn fährt das Wuppertaler Wahrzeichen nur noch an den Wochenenden, wertktags gibt es ersatzweise Busse.

Lange Gesichter am Freitag (03.07.2020) auf der Pressekonferenz der Stadtwerke. Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell sprach von einem "schweren Tag für Wuppertal". "Das trifft die Stadt im Kern". Der reguläre Betrieb sei nicht mehr aufrechtzuerhalten - vier Jahre nach dem Start der 122 Millionen Euro teuren neuen Wagenflotte.

Die Räder der neuen Waggons sind das Problem

Schwebebahn wird immer lauter

Radreifen der Schwebebahn

Grund für die Stilllegung sind hauptsächlich Probleme mit den Radreifen der neuen Waggons. Sie halten laut WSW nur 20.000 Kilometer und nicht wie vorgesehen 60-80.000 Kilometer, nutzen sich also vier mal so schnell ab. Im Juni sei es wegen der defekten Räder zu einem sprunghaften Anstieg von Schienenschäden gekommen. Diese könnten noch behoben werden. Wenn jetzt nicht gehandelt worden wäre, würde eine Schadensbeseitigung viele Jahre dauern.

Die Stadtwerke vermuten, die Coronakrise könnte das Problem noch verschärft haben: Die Bahnen waren währenddessen häufig leer unterwegs, dadurch hingen die sie schräg an der Schiene. Das habe sie womöglich noch stärker abgenutzt.

Nur zehn Wagen betriebsbereit

Derzeit können laut den Verantwortlichen der WSW nur zehn von 31 Fahrzeugen eingesetzt werden. Seit Einführung der neuen Bahnen vor vier Jahren hatte es immer wieder technische Probleme gegeben. Der Hersteller aus Düsseldorf betont jedoch, dass "aus fahrzeugtechnischer Sicht kein Grund besteht, den Betrieb einzuschränken". In einer Stellungnahme deutet die Firma an, dass die WSW die rechtzeitige Ersatztbeschaffung der Räder verpasst hätten.

Klageerhebung eingeleitet


Die Wuppertaler Stadtwerke sind jedenfalls entschlossen, juristisch gegen den Fahrzeughersteller vorzugehen. Eine Klage wegen Schlechterfüllung und Schadensersatz werde vorbereitet, so Aufsichtsratschef Bell: "Die Klage ist das letzte Mittel, aber nach einem vierjährigen Leidensweg für uns und unsere Fahrgäste sehen wir keine andere Möglichkeit mehr."

Stand: 03.07.2020, 15:54