Kostenexplosionen in Wuppertal: Warum das so ist

Lokalzeit Bergisches Land 20.01.2022 14:36 Min. Verfügbar bis 21.01.2023 WDR Von Lutz Polanz

Erneute Planungspleite bei Wuppertaler Schule

Stand: 21.01.2022, 10:47 Uhr

Aus der Sanierung und dem Umbau der Realschule Leimbach in Wuppertal-Barmen wird erstmal nichts. Nach Recherchen des WDR drohen Kostensteigerungen von 20 Millionen Euro. Das Gebäudemanagement der Stadt begründet das mit gestiegenden Baukosten und Risiken bei der Statik der Gebäude.

Von Lutz Polanz

Seit vier Jahren plant das Wuppertaler Gebäudemanagement nun schon den Umbau und die Sanierung der Schule. Von ursprünglich 18 Millionen Euro stiegen die geschätzten Kosten kurz vor Weihnachten 2021 auf 29 Millionen Euro.

Eine Zahl, mit der auch die Kommunalpolitik in die Haushaltsberatungen ging. Doch das ist schon wieder Geschichte. Die geschätzten Kosten summieren sich jetzt schon auf mehr als 49 Millionen Euro.

Grund: gestiegene Baukosten

Eine Frau mit braunen Haaren und schwarzer Jacke steht vor einem weißen Gebäude.

Mirja Montag, Leiterin des Gebäudemanagements Wuppertal

Der größte Teil der Kostenexplosion resultiere aus der Baukostensteigerung des vergangenen Jahres, erklärt Mirja Montag, Leiterin des Gebäudemanagements Wuppertal. Bis zu 14 Prozent mehr koste Bauen, so eine Steigerung hätte es seit Jahrzenten nicht gegeben. Auch für die kommenden Jahre prognostiziere man einen Preisanstieg.

Die Planer kalkulieren nun allein für die vergleichsweise kleine Realschule Leimbach mit 16 Millionen Euro Risikovorsorge. Denn es gebe auch mögliche Risiken bei der Statik des Gebäudes. Sehr viel mehr Geld für Kostensteigerungen müssen künftig aber auch für andere Vorhaben eingeplant werden. Das beträfe auch die geplante siebte Gesamtschule oder den Umbau des früheren Schauspielhauses zum Pina Bausch Zentrum.

Stadt muss priorisieren

Ein Mann mit Glatze und Brille sitzt vor einem Bücherregal. Er trägt ein graues Jackett.

Johannes Slawig, Kämmerer der Stadt Wuppertal

Weil der Haushalt so hinfällig ist, müssten alle Bauvorhaben jetzt neu bewertet werden, sagt Johannes Slawig, Kämmerer der Stadt. "Es wird eine Priorisierung geben und Maßnahmen werden nach hinten verschoben." Dass dies Enttäuschung mit sich bringe, versteht Slawig, denn "auf viele der Investitionsvorhaben warten viele Bürgerinnen und Bürger schon lange."

Nicht die erste Fehlplanung

Dass sich das Wuppertaler Gebäudemanagement derart verkalkuliert, ist nicht das erste Mal. Vor einem Jahr verdoppelten sich auch die Kosten für den Abriss der ehemaligen Justizvollzugsschule auf der Hardt und ein dort geplantes Containerdorf. Eine Baugenehmigung dafür gab es auch nicht.

Die Folge: Die Sanierung des Johannes-Rau-Gymnasiums und der Else-Lasker-Gesamtschule mussten zum wiederholten Mal verschoben werden.

Bauarbeiten auf Eis gelegt

Die Realschule Leimbach in Wuppertal

Die Realschule Leimbach in Wuppertal

Im September 2022 sollten die Bauarbeiten an der Realschule Leimbach starten. Daraus wird jetzt nichts mehr. Die Finanzierung ist durch die Kostenexplosion nicht mehr gesichert.

Man müsse schauen, was jetzt möglich sei, heißt es vom Gebäudemanagement. Denkbar sei eine Reduzierung des Bestands oder der Fläche. Auch ein alternativer Neubau sei wieder auf dem Tisch.

Wuppertaler Realschul-Umbau soll 20 Millionen Euro teurer werden!

Lokalzeit Bergisches Land 18.01.2022 25:15 Min. Verfügbar bis 18.01.2023 WDR Von Lutz Polanz

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