Messerstecherei vor Friseursalon: Prozessauftakt in Wuppertal

Sek Team vor Ort

Messerstecherei vor Friseursalon: Prozessauftakt in Wuppertal

  • Ein Toter und ein Schwerverletzter bei Messerstecherei
  • Hintergrund laut Anklage Framilienstreit
  • Bereits zwei Täter verurteilt

Ein Mann stirbt im August 2017 bei einem Messerangriff, sein Bruder überlebt schwer verletzt. Gegen zwei mutmaßliche Mittäter verhandelt seit Montag (15.07.2019) das Wuppertaler Landgericht.

Am Anfang stehen zwei Familien, die gemeinsam in Wuppertal-Elberfeld eine Shisha-Bar eröffnen. Am Ende ist ein Mann tot, ein weiterer überlebt. Was führte zu dieser Tat? Genau das muss das Gericht klären.

Geplante Tat oder Hilfe in der Not?

Die Staatsanwaltschaft sagt: Vier Täter – aus der einen Familie und deren Umfeld - planten den Messerangriff auf ein Brüderpaar aus der anderen Familie. Die Opfer-Familie habe sich die gemeinsame Shisha-Bar „angeeignet“, so die Angeklagten zum Prozessauftakt. Eine Tat geplant hätten sie nicht.

Tatort Friseursalon

Offensichtlich treffen Mitglieder beider Familien, darunter einer der Angeklagten, in einem Friseursalon am Tattag aufeinander. Es entbrennt ein Streit. Die Anklage sagt: Das war geplant. Die Angeklagten sagen: Wir haben den Streit und die Messer erst nur beobachtet und wollten helfen. Dass sie dabei selbst mit Messern bewaffnet gewesen seien, bestreitet einer der beiden nicht. Beim syrischen Militär habe er gelernt: „Wer nicht schnell ist, ist tot.“ Den Stich in die Schulter des überlebenden Bruders räumte er ein.

Erste Urteile rechtskräftig

In einem ersten Prozess hatten die Richter bereits zwei jugendliche Mittäter verurteilt. Sie hatten sich nach der Tat gestellt und wurden zu je neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. Wird den jetzt Angeklagten die geplante Tat nachgewiesen, könnten auch sie lange Haftstrafen bekommen.

Stand: 15.07.2019, 17:36