Wuppertal Institut als Klima-Ratgeber gefragt

Wuppertal Institut fordert globales Umdenken Lokalzeit Bergisches Land 27.08.2019 04:32 Min. Verfügbar bis 27.08.2020 WDR Von Helge Rosenkranz

Wuppertal Institut als Klima-Ratgeber gefragt

Von Helge Rosenkranz

  • Kunst und Kreativität als Antwort auf den Wandel
  • Gesellschaftliche Veränderungen schon sichtbar
  • Politik soll Rahmen für mehr Ökologie schaffen

Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie spielt eine immer wichtigere Rolle, wenn es darum geht, wie die Gesellschaft mit dem Klimawandel umgehen soll. Gegründet wurde es im Jahr 1991, aber selten zuvor wurde auf die Arbeit des Wuppertal Instituts so stark zurück gegriffen wie in diesen Tagen.

"Zukunftskunst" als Modell für ökologische Bewegung

Uwe Schneidewind, der Präsident des Wuppertal Instituts, hat im Jahr 2018 zusammen mit weiteren Experten ein Wort geprägt: Die "Zukunftskunst".

Prof. Dr. Uwe Schneidewind

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Uwe Schneidewind

Er sagt: "Für den Umgang mit dem Klimawandel können wir nur profitieren von der Kreativität und der Gestaltungslust, die aus der Kunst kommt. Weil das eine ganz andere Herangehensweise ist, als wir das oft aus der ökologischen Bewegung kennen, weil das ja oft nicht mitreißt, sondern manchmal die Leute geradezu zum Widerstand herausfordert."

Amazonas-Brände als Schrittmacher für ökologische Bewegung

Die Waldbrände im Amazonas-Gebiet in Brasilien lassen natürlich auch ihn nicht kalt, sagt Schneidewind. Gesellschaftliche Veränderungen liefen jedoch praktisch nie ohne Brüche und ohne Rückschläge ab.

Er beobachte aber, dass diese Rückschläge zu einer neuen Mobilisierung beitragen könnten, für die die Fridays-for-Future-Bewegung ein gutes Beispiel sei.

Kosten durch Klimawandel sollen deutlicher werden

Dieser Schwung für mehr Klimaschutz müsse unterstützt werden durch eine kluge Politik, die den Klimawandel ernst nimmt: "Wenn ich weiß, dass das Nicht-Ökologische ein ganzes Stück teurer ist, dann versuche ich eher, zu experimentieren, vielleicht auch mal mit dem Rad zu fahren.

Wenn ich einen ökologisch angemessenen Preis für Fleisch zahlen muss, dann verändere ich vielleicht auch mal mein Konsumverhalten. Es geht um Randbedingungen und darum, die Einzelnen mit auf den Weg zu nehmen, ihren Beitrag zu leisten!", so Schneidewind.

Stand: 28.08.2019, 13:29

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