Evakuierte Häuser in Wuppertal: Einige Bewohner können zurück

Das rätselhafte Absacken der Häuser von Langerfeld Lokalzeit Bergisches Land 19.03.2019 02:35 Min. Verfügbar bis 19.03.2020 WDR Von Rüdiger Knössl

Evakuierte Häuser in Wuppertal: Einige Bewohner können zurück

  • Einige Bewohner können bald wieder zurück in die Wohnung
  • Ein Gebäude ist wohl nicht mehr zu retten
  • Ursache: Wasserrohrbruch und Bergbauschäden

Bei den einsturzgefährdeten Häusern in Wuppertal-Langerfeld können die Bewohner eines der Gebäude möglicherweise bald wieder in ihre Wohnungen ziehen. So die Einschätzung der Bezirksregierung Arnsberg am Dienstag (19.03.2019).

Diese Bezirksregierung führt dort seit einer Woche Probebohrungen durch. Wodurch die Gebäudeschäden vor gut einer Woche entstanden sind, ist noch immer nicht genau geklärt.

Bald Entwarnung für Haus 49?

Noch immer sind in der Straße Beyeröhde fünf Häuser geräumt, und die Bewohner anderweitig untergebracht. Entwarnung könnte es aber schon bald für die Mieter aus Haus Nummer 49 geben.

Das Haus habe keine gefahrentechnische Verbindung zum Haus 45, welches am stärksten beschädigt sei, so Peter Hogrebe von der Bezirksregierung Arnsberg.

Ziel sei es daher, die Bewohner aus diesem Gebäude wieder aus ihren provisorischen Unterkünften in ihre Wohnungen ziehen zu lassen, so Hogrebe weiter.

Sieben Bewohner eines Altbaus können wahrscheinlich gar nicht mehr in ihre Wohnungen zurück. Nach Auskunft der Stadt sind die Schäden an dem Haus so stark, dass ein Betreten lebensgefährlich ist. Am Mittwoch (13.03.2019) konnten die Bewohner eines Hauses bereits wieder zurückkehren.

Wasserrohrbruch und Bergbauschäden

Bereits am Montag (11.03.2019) hatte die Stadt mitgeteilt, dass die Schäden und Risse an mehreren Häusern mit einem Wasserrohrbruch zusammenhängen könnten. Das ausgetretene Wasser in Verbindung mit Bergbauschäden könnte demnach die Ursache für das Absacken der Häuser sein. Das Wasser soll Erde in einen alten Bergwerkstollen gespült haben. Dadurch entstanden Hohlräume und die Häuser sind hinterhergerutscht.

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Knapp 70 Bewohner waren am Sonntag vor einer Woche in Sicherheit gebracht worden. Insgesamt wurden acht Gebäude evakuiert. Drei davon sind wieder freigegeben worden, zwei davon am Montag. Bis auf die Bewohner eines stark einsturzgefährdeten Altbaus durften die Betroffenen zu Wochenbeginn kurz in ihre Wohnungen, um wichtige Dinge herauszuholen.

Bewohner bemerkten ein Knacken

Bewohner hatten am Sonntagnachmittag den Notruf gewählt, weil in einem der Häuser ein verdächtiges Knacken zu hören gewesen sei. In den Wänden hätten sich Risse gebildet. Als Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk das Gebäude untersuchten, fanden sie weitere Schäden auch an den Nachbarhäusern. Polizei und Ordnungsamt hatten daraufhin das gesamte Areal räumen lassen und abgesperrt.

Feuerwehr, THW und Geologen suchten am Montag unter Hochdruck nach der Ursache. Mit Baggern wurde die Straße aufgerissen. Die Bezirksregierung hat Bergbauexperten zu den Häusern geschickt. Die Stadt hat einen Krisenstab gebildet, der über weitere Schritte entscheidet.

Stadt bietet Hilfe für Betroffene an

Außerdem hat die Stadt umfassende Hilfen zugesichert. Sie erhalten 150 Euro Überbrückungsgeld, Wohnungsangebote und Informationen, wo sie kostenlose Kleidung bekommen. Außerdem helfen die städtischen Mitarbeiter dabei, möglichst schnell Papiere und Bescheinigungen auszustellen. Darüber hinaus wird psychosoziale Hilfe angeboten.

Stand: 19.03.2019, 19:35