Wuppertal: Bus- und Bahnticket für das Autofasten

Fasten

Wuppertal: Bus- und Bahnticket für das Autofasten

Von Anke Spiess

  • Verzicht auf Auto und andere Dinge
  • Von Aschermittwoch bis Ostern
  • Beitrag für die Umwelt

Die tollen Tage sind vorbei, jetzt hat die Fastenzeit begonnen (06.03.2019). Viele Menschen im Bergischen wollen bis Ostern auf liebgewonnene Gewohnheiten, wie auf Rauchen, Süßigkeiten, Alkohol, Fernsehen und Fastfood verzichten. Es gibt aber auch Menschen, die zum Beispiel auf das Jammern, das Lästern und auf alltägliche Dinge verzichten wollen - sogar auf das Auto.

Katholische Citykirche ruft zum "Autofasten" auf

Fast 40 Wuppertaler beteiligen sich am Autofasten. Das heißt, sie verzichten 40 Tage darauf. Im Gegenzug bekommen sie von den Stadtwerken ein Ticket für Bus und Bahn. Birgit Mücke war sofort begeistert von dieser Idee. Sie ist gespannt darauf, wie sie so ganz ohne Auto klar kommt. "Ohne die Aktion hätte wohl meine Faulheit gesiegt", sagt sie. "Es ist halt bequem, das Auto vor der Tür zu haben und mal eben zum Einkaufen oder zum Sport zu fahren. Und es geht oft schneller als mit einem Bus."

Verzicht auf Bequemlichkeit

Die Autofasterin muss oft nach Hagen. Mit dem Auto fährt sie normalerweise 25 Minuten, mit Bus und Regionalverkehr wird es doppelt bis dreifach so lange dauern. Sie freue sich trotzdem darauf, denn statt das Steuer nimmt sie nun ein Buch in die Hand. Auch die Parkplatzsuche entfällt.

Fasten

Birgit Mücke fährt jetzt Bus

Sie sei sehr gespannt auf diese neue Erfahrung und wolle persönlich ihren Beitrag für die Umwelt und gegen den Klimawandel leisten. Vielleicht schaffe sie sogar den Einstieg in den Ausstieg vom Autofahren.

Lesen statt Fernsehen

Auch Abraham Roelefsen fastet. Er verzichtet aber nicht auf das Auto, sondern auf das Fernsehen - 40 Tage lang. Wichtig sei dabei nicht dogmatisch das Durchhalten, es gehe vielmehr ums Anfangen, um eine Bewusstseinsveränderung, erklärt er.

Fasten

Abraham Roelefsen schaltet das Fernsehen aus

"Es gibt Abende, da fange ich mit der Tagesschau an, und sitze bis weit nach Mitternacht davor", sagt Roelefsen. "Es ist vertane Zeit". Diese will er nun nutzen, um ins Theater zu gehen, Freunde zu treffen und endlich mal die vielen Bücher zu lesen, die er schon immer mal lesen wollte. Aber es werde ihm schwer fallen, gerade, wenn gute Dokumentationen liefen. Aber Sonntags hat er fastenfrei, auch das gehört zur Tradition des Fastens - und dann freue er sich auf den Tatort.

Fasten - jünger und gesünder mit Nahrungspausen Servicezeit 06.03.2019 43:39 Min. Verfügbar bis 06.03.2020 WDR

Stand: 06.03.2019, 10:26