Coronavirus: Wuppertalerin mit Sohn aus Quarantäne entlassen

Coronavirus: Wuppertalerin mit Sohn aus Quarantäne entlassen

  • Xiaoli Zhang und ihr Sohn sind infektionsfrei
  • Rückreise-Odyssee nach Besuch bei Verwandten in China
  • Yoga als Stütze in der Isolation

Eine Wuppertaler Familie hat wegen des neuen Coronavirus nervenaufreibende Wochen hinter sich. Simon Zhang konnte seine Frau Xiaoli und den zehn Monate alten Sohn Frankie am Sonntag (16.02.2020) nach ihrem Besuch bei der Familie in China und einer darauf folgenden zweiwöchigen Quarantäne in Deutschland endlich wieder in die Arme schließen.

Odyssee der Ungewissheit

Xiaoli Zhang und ihr Sohn haben eine Odyssee der Ungewissheit hinter sich. Nach einer abenteuerlichen 200 Kilometer langen Fahrt zum Flughafen im chinesischen Wuhan, den die Wuppertalerin in einer unter Quarantäne stehenden und weitgehend menschenleeren Region selbst organisieren musste, ist sie nun aus der Quarantäne-Station in Germersheim mit einer Bescheinigung der Infektionsfreiheit entlassen worden.

"Endlich darf ich zurück zu meiner Familie. Das war ein großer Traum", sagt Xiaoli Zhang. Ihre Zeit in Germersheim sei trotz der kleinen Zimmer schön gewesen. Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes seien sehr nett gewesen und vor allem habe sie als Yoga-Lehrerin ihren Sport gehabt, was ihr und anderen Bewohnern in der Isolation sehr geholfen habe. Die Wuppertalerin gab dort täglich Kurse und habe die Stimmung der teilweise sehr niedergeschlagenen Menschen so positiv beeinflussen können.

Ohne Mundschutz am Flughafen in Wuhan

Wenn sie allerdings an ihre schwierige Abreise aus China denkt, ist Xiaoli Zhang sichtlich bewegt. Vor allem die Zeit am Flughafen in Wuhan - "dem gefährlichsten Platz" - mit einem kleinen Kind, das den Mundschutz nicht tragen wolle, habe ihr Angst gemacht. Entsprechend groß war die Erleichterung, als sie nun als gesund entlassen wurde - auch bei ihrem Mann: "Ich bin jetzt wirklich froh, dass sie wieder da und gesund sind, und dass wieder Ruhe und das normale Leben einkehren."

Frei von Sorge ist Familie Zhang indes nicht: "Über unsere Probleme mache ich mir weniger Sorgen. Wo man sich Sorgen machen kann, sind ihre Familienangehörigen", sagt Simon Zhang mit einem Blick zu seiner Frau. Die lebten in China weiter in Quarantäne und trauten sich nicht, ihre Wohnung zu verlassen. Nach einer Berg- und Talfahrt der Gefühle sei er zumindest froh, mit seiner kleinen Familie ein Happy-End zu haben.

Für Deutschland selbst gehen die Weltgesundheitsorganisation und das Robert-Koch-Institut laut dem Essener Virologen Ulf Dittmer davon aus, dass das Coronavirus erst noch "in größerem Maße auftreten wird".

Stand: 16.02.2020, 18:22