Wüst sieht Run auf Kölner Impfzentren

Stand: 23.11.2021, 14:46 Uhr

Der neue NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich heute bei einem Ortstermin ein Bild davon gemacht, wie die Kölner Impfkampagne anläuft. Und da gab es eine große Überraschung.

Von Jochen Hilgers

Vor dem Kalker Rathaus stehen die Mensch am Dienstag in einer mehreren hundert Meter langen Schlange zur Impfung an. Die Zahl der Impfwilligen habe sich fast verzehnfacht in den vergangenen acht Tagen, berichten Mitarbeiter.

Stau an der Arena

Die Schlange geht noch um den Block, als Hendrik Wüst und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker ihren Besuch beginnen. Es mag Kritik des Ministerpräsidenten an Köln gegeben haben. Heute ist er voll des Lobes. Ministerpräsident Wüst sieht die Impfbereitschaft der Kölner als gutes Zeichen, um in den kommenden Wochen durch die Pandemie zu kommen.

An der Kölner Arena bilden sich keine Schlangen, sondern Verkehrsstaus. Impfwillige dort loben dennoch die aus ihrer Sicht perfekte Organisation. Köln, so sagt es die Oberbürgermeisterin Henriette Reker, will ab Dienstag mehr als 15.000 Menschen täglich impfen, zunächst 1.000 davon beim ersten Drive-In-Impfen der Stadt. Bald sollen es 3.000 täglich sein.

Die Autos fahren die Rampe hinauf, werden geparkt und dann geht es zu Fuß den kurzen Weg zu den elf Impfkabinen. Selbst der Arena-Chef Stefan Löcher hilft beim Einweisen der Impfwilligen mit. Im Eigeninteresse. Eine hohe Impfquote führe am schnellsten zurück zur Normalität und damit zu einer vollen Arena.

20 Prozent Erstimpfungen

Die Impfwilligen warten geduldig. Und sind fast schon glücklich über das Angebot. Die meisten lassen sich boostern, also zum dritten Mal impfen. Es gibt aber Ausnahmen.

"20 Prozent sind Impferstlinge." Henriette Reker
Oberbürgermeisterin Köln

Freiwillig käme er nicht, sagt einer in der Autoschlange. Es gebe aber praktisch eine Impfpflicht durch die Hintertür. Da bliebe ihm nichts anderes übrig. Bock habe er nicht, meint der junge Mann zum Schluss.

Henriette Reker ist zufrieden mit dem Ablauf. Auch die Dissonanz mit dem Ministerpräsidenten zum Karnevalsauftakt ist wohl ausgeräumt. Die mehr als 15.000 Impfungen soll es in Köln in den Arztpraxen und den vielen dezentralen Impfzentren geben.