Wölfe auf Wildtierkamera in Hünxe

Hünxe: Wölfe auf Video von Reiterhof gesichtet

Stand: 18.01.2022, 07:22 Uhr

Vor wenigen Tagen hat eine Wildtierkamera auf dem Reiterhof von Familie Reßing in Hünxe aufgenommen, wie zwei Wölfe nah an ihren Hof kommen.

Dass es rund um Hünxe Wölfe gibt, ist keine Überraschung. Dass die Tiere aber gegen 19 Uhr so dicht an den Hof herankommen - das ist neu: "Ich war total erschrocken, dass die Wölfe so nah ans Haus kommen. Wir machen uns natürlich Sorgen um unsere Pferde", erzählt Jens Reßing. Und Linda Reßing meint: "Man ist innerlich aufgewühlt. Man hat abends und nachts Angst, man weiß einfach nicht mit der Situation umzugehen."

Sorge: Reichen die Sicherheitsvorkehrungen?

Über 100 Pferde und Ponys leben auf dem Hof der Reßings. Die Zäune wurden hier schon ausgerüstet, um die Tiere zu schützen und für die Nacht geht es in den Stall.

Die Sorge, dass die Wölfe diese Sicherheitsvorkehrungen umgehen, wächst trotzdem bei Jens Reßing: "Unser Hund springt schon über 1,10 Meter, ein Wolf springt auch über 1,40 Meter drüber." Sein Zaun ist etwa 1,50 Meter hoch. Ob er schützt? "Das kann ich noch nicht sagen. Ich glaube nein", so Reßing.

Dazu kommt die Angst, dass das Rudel die Scheu vorm Menschen verliert, weil es immer öfter auch in der Nähe der Wohnbebauung gesehen wird.

NABU: Sorge unbegründet

Christian Chwallek vom NABU im Kreis Wesel hält diese Sorge für unbegründet – das zeige der Blick ins Ausland, meint er: "Der Wolf ist in Italien nie verschwunden. In den letzten 100 Jahren hat es in Italien keinen Übergriff des Wolfs auf den Menschen gegeben."

Schäfer: "Irgendwo muss Grenze sein"

Allein im Jahr 2021 kam es in NRW zu rund 40 dokumentierten Wolfs-Angriffen auf Haus- und Nutztiere. Mittlerweile sind mindestens drei Wolfsrudel in NRW unterwegs. Deswegen sind viele Nutztierhalter der Meinung: Selbst, wenn für den Menschen keine Gefahr besteht, muss etwas passieren!

Wölfe: Vergraulen, erschießen oder schützen?

WDR RheinBlick 22.10.2021 29:25 Min. Verfügbar bis 22.10.2022 WDR Online


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Schäfer Maik Dünow mit seinen Herdenschutzhunden

Schäfer Maik Dünow mit seinen Herdenschutzhunden

Das sieht auch Maik Dünow so. Er ist Vorsitzender des Schaf-Halter-Vereins im Kreis Wesel: "Alles schreit nach Herdenschutzhunden, nach höheren und sicheren Zäunen. Aber das muss auch irgendjemand bezahlen und irgendwo muss auch eine Grenze sein. Was nützt mir der geförderte Zaun, wenn der Wolf da trotzdem drüber springt?"

Dünow hat mittlerweile acht Herdenschutzhunde für 300 Schafe. Seitdem ist keins seiner Tiere mehr gerissen worden. Trotzdem wird das nicht für jeden die Lösung sein.

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