Tötung von Wölfin "Gloria": Eilantrag abgelehnt

Ein Wolf wurde am Niederrhein gesichtet.

Tötung von Wölfin "Gloria": Eilantrag abgelehnt

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat einen Eilantrag zur Tötung der Wölfin "Gloria" abgelehnt.

Damit kann der Kreis Wesel nicht zu der Erteilung einer Genehmigung zur Tötung verpflichtet werden. Ein Schäfer hatte sich im Juli 2020 mit einer Klage gegen die Ablehnung seines Antrags auf Tötung der Wölfin durch den Kreis Wesel gewandt und wollte im Dezember 2020 im Eilverfahren die Verpflichtung des Kreises Wesel zur Erteilung der nach dem Bundesnaturschutzgesetz erforderlichen Ausnahmegenehmigung erwirken.

Das Verwaltungsgericht lehnte diesen Eilantrag ab, wie es am Freitag mitteilte. Die Entscheidung sei bereits am 06.01.2021 gefallen; der Beschluss sei den Beteiligten nun zugestellt worden.

Nachteile des Schäfers "nicht derart schwerwiegend"

Als Begründung führte das Gericht an, dass eine Entscheidung im Eilverfahren eine Entscheidung im eigentlichen Klageverfahren vorwegnehmen würde. Dem Schäfer sei allerdings zuzumuten, dass er die Entscheidung des Klageverfahrens abwarten könne.

Es lasse sich nicht ausschließen, dass die Wölfin bis zur gerichtlichen Entscheidung weitere Schafe des Schäfers reißt und "Gloria" weitere Welpen bekommt, allerdings seien die "zu befürchtenden Nachteile nicht derart schwerwiegend, dass der Erlass einer einstweiligen Anordnung geboten sei."

Außerdem könne der Schäfer für den Riss der Tiere eine Billigkeitsentschädigung erhalten. Der Schäfer sei zwar nachteilig betroffen, allerdings sei in diesem Eilverfahren im Gegenzug das "gewichtige und im öffentlichen Interesse liegende Rechtsgut des Schutzes einer besonders und streng geschützten Art, sowie das im nationalen und europäischen Recht verankerte grundsätzliche Tötungsverbot vorrangig".

Ein Anspruch des Schäfers auf die Genehmigung zur Tötung der Wölfin im Eilverfahren würde sich zudem nicht aufdrängen. Ob die Voraussetzungen für die Erteilung der Ausnahmegenehmigung vorliegen, "bedürfe einer eingehenden und gründlich Prüfung im Klageverfahren." Die mündliche Verhandlung ist für das zweite Quartal 2021 angesetzt.

Stand: 15.01.2021, 14:49