Wohnen gegen Hilfe im Haushalt: Stadt Köln wirbt mit Plakaten

Eine Studentin und eine ältere Frau schneiden in der Küche gemeinsam Obst

Wohnen gegen Hilfe im Haushalt: Stadt Köln wirbt mit Plakaten

  • Stadt will alternative Wohnraumkonzepte stärken
  • Studierende wohnen kostenlos, aber helfen im Haushalt
  • 150 neue Plakate im Stadtgebiet

"Biete Zimmer gegen Unterstützung im Haushalt" - viele Studierende in Köln würden sich über ein solches Angebot sehr freuen, denn der Wohnraum wird immer knapper. Mit der Kampagne "Wohnen für Hilfe" will die Stadt genau diesen Gedanken förden. Denn die Möglichkeiten, in Studentenwohnheimen oder Wohngemeinschaften unterzukommen, sind begrenzt. Nur rund 5.000 Wohnheimplätze des Kölner Studierendenwerks gibt es aktuell in Köln. Damit kann gerade mal ein Drittel der Studierenden mit einem solchen Wohnheimplatz versorgt werden.

Neue Plakate für etablierte Kampagne

Bis zum 17. Februar 2020 wird auf rund 150 Mega-Lights-Plakaten im gesamten Stadtgebiet auf die etablierten Initiativen „Mein Zuhause in Köln“ sowie „Wohnen für Hilfe“ aufmerksam gemacht. Beide Initiativen der Universität zu Köln und des Kölner Studierendenwerks richten sich an potentielle Anbieter von Wohnungraum.

Im Fall von "Mein Zuhause in Köln" könnten das Vermieter von Zimmern, Appartements oder Wohnungen sein, die ihre Angebote per Privatzimmer-Börse günstig zur Verfügung stellen wollen. Im ersten Jahr seien durch das Projekt 1.800 zusätzliche Wohnungen angeboten worden, so die Stadt Köln.

Wohnpartnerschaften mit Senioren, aber auch Familien und Alleinerziehenden

Bei der Kampagne "Wohnen für Hilfe" handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Stadt Köln und der Universität. Es wurde 2005 in Kooperation mit der Seniorenvertretung als alternative Wohnform ins Leben gerufen. Seit 2009 wird es von der Stadt Köln mitfinanziert. Die Idee ist, dass Studierende mit ihren Wohnungsanbietern zusammenleben. Sie zahlen in einer Wohnpartnerschaft keine Miete, sondern helfen ihren Vermietern im Alltag, beispielsweise durch Gartenarbeit, Einkäufe, Kinderbetreuung oder Hausarbeit. Wieviel Unterstützung gefragt ist, richtet sich dabei nach der Quadratmeterzahl.

"Wohnen für Hilfe" richtet sich dabei nicht ausschließlich an Senioren. Auch Familien und Alleinerziehende können sich für eine Wohnpartnerschaft melden und Wohnraum anbieten. Bisher wurden rund 700 Wohnpartnerschaften geschlossen - der Stadt Köln zufolge gilt das Projekt deshalb als Aushängeschild der deutschen „Wohnen für Hilfe“-Projekte und hat bereits diverse Auszeichnungen erhalten.

Strategien gegen Einsamkeit Westpol 01.12.2019 UT DGS Verfügbar bis 01.12.2020 WDR

Stand: 04.02.2020, 16:46