Jubiläum: Woelki seit fünf Jahren Erzbischof in Köln

Kardinal Woelki am Altar im Kölner Dom

Jubiläum: Woelki seit fünf Jahren Erzbischof in Köln

Von Frank Piotrowski

  • Herz für Flüchtlinge
  • Missbrauch noch nicht aufgearbeitet
  • Umbau Erzbistum Köln

Rainer Maria Kardinal Woelki feiert in dieser Woche (20.09.2019) sein fünftes Amtsjubiläum als Erzbischof von Köln. Als er vor fünf Jahren das Amt von seinem konservativen Vorgänger Joachim Kardinal Meisner als Hoffnungsträger übernahm, hofften viele Katholiken auf eine Zeitenwende. Jugendlicher Charme, das Bekenntnis zum 1. FC Köln und Liebe zum Karneval. Woelki kam zunächst gut an bei den Kölnern.

Portrait Rainer Maria Woelki

Verfügbar bis 31.12.2500

Inzwischen sind aber viele Christen von Woelkis konservativem Kurs z.B. zur Ökumene enttäuscht. Kardinal Woelki lehnte sich gegen einen Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz auf, der Ehepaaren das gemeinsame Abendmahl in der katholischen Kirche ermöglichen wollte, auch wenn ein Partner protestantisch ist.

Einsatz für Flüchtlinge

Gleich zu Anfang seiner Amtszeit gab der heute 63-Jährige auf dem Höhepunkt der Flüchlingswelle den Migranten seine volle Unterstützung. Woelki ließ für die getöteten Migranten im Mittelmeer die Domglocken läuten und holte ein Flüchtlingsschiff aus Malta auf den Roncalliplatz vor den Dom. Erst kürzlich präsentierte er einige Flüchtlinge, die vor fünf Jahren kamen, gut deutsch lernten und inzwischen berufstätig sind.

Im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch im Kölner Erzbistum hat der Kardinal einen Opferbeirat eingerichtet und zahlreiche Präventionsmaßnahmen eingeführt, die weitere Fälle verhindern sollen. Sein Ziel, bis zum Herbst die mögliche Verstrickung seiner Amtsvorgänger, von früheren Generalvikaren und Personalverantwortlichen durch eine unabhängige Kommission aufklären zu lassen, wurde verschoben. Die Arbeit ist zu umfangreich. 135 Fälle der letzten Jahrzehnte sind im Erzbistum aktenkundig. Jetzt wird mit Ergebnissen im kommenden Jahr gerechnet.

Weniger Gläubige - neue Strukturen

Kardinal Woelki mit dem Kölner Dreigestirn

Woelki ist Karnevals-Fan

Das größte Problem, mit dem der Erzbischof aktuell zu kämpfen hat, ist der Rückgang der Gläubigen im Kölner Bistum. Bis zum Jahr 2040 wird mit einer Halbierung gerechnet. Das bedeutet auch weniger Geld für die Kirche. Außerdem gibt es immer weniger Priester. Bis 2030 möchte das Erzbistum deshalb seine Gemeindestrukturen umbauen. Laien sollen mehr Aufgaben übernehmen. Gut möglich, dass dann Kardinal Woelki noch im Amt ist. Mit seinen 63 Jahren ist er nach Kirchenstandards noch ein junger Erzbischof. Denn die bleiben für gewöhnlich bis 80 im Amt.

Aufklärung von Missbrauchsfällen im Kölner Erzbistum Lokalzeit aus Köln 27.05.2019 Verfügbar bis 27.05.2020 WDR Von Frank Piotrowski

Stand: 17.09.2019, 11:52