Kölner Kardinal kritisiert Asyldebatte

Kölner Erzbischof Kardinal Woelki

Kölner Kardinal kritisiert Asyldebatte

  • Kardinal appelliert an würdigen Umgang mit Flüchtlingen
  • Kritik an "selbstverliebten" Politikern
  • "Nächstenliebe nicht aus dem Blick verlieren"

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hält das Sterben vieler Flüchtlinge auf dem Mittelmeer für einen untragbaren Zustand. Er sei traurig darüber, dass nur darüber gestritten worden sei, "wie Menschen möglichst effizient an unseren Grenzen abgeschoben oder zurückgewiesen werden können", sagte Woelki am Sonntag (08.07.2018) dem Kölner Domradio. Er appellierte daran, Barmherzigkeit und Nächstenliebe nicht aus dem Blick zu verlieren.

"Eiskalt und selbstverliebt"

Während allein in diesem Jahr schon mehr als 1.400 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken seien, spielten die Politiker "eiskalt und selbstverliebt ihre Machtspielchen".

"Christliche Werte verloren"

Er finde "erbärmlich", dass sich 28 europäische Staaten nur noch darauf einigen können, ihre Grenzmauern und Zäune höher zu ziehen, so Woelki zum Ende Juni beschlossenen EU-Asyl-Abkommen. In Deutschland und Europa gingen derzeit nicht nur die christlichen Werte, sondern auch die grundlegenden Menschenrechte immer mehr verloren.

Im Sender des Erzbistums forderte Woelki, die Menschen bereits bei der Erstaufnahme angemessen und würdig unterzubringen. "Die großen Ansammlungen von Asylsuchenden und Flüchtlingen haben keine positiven Ergebnisse gezeigt.

Stand: 08.07.2018, 14:20