Ministerium: Kein Problemwolf in NRW

Ein Wolf steht im Hünxer Wald und schaut in Richtung Kamera.

Ministerium: Kein Problemwolf in NRW

  • Nach Schafsrissen gab es Streit um Wölfin "Gloria"
  • Experten: Schutzmaßnahmen der Halter nicht optimal
  • Wölfe stehen unter strengem Schutz

Seit Monaten streift eine Wölfin durch die Region am Niederrhein. Auch mehrere Schafsrisse sollen auf ihr Konto gehen. Die Schäfer am Niederrhein halten die Wölfin "Gloria" deshalb für einen Problemwolf. Das NRW-Umweltministerium kommt aber zu einem anderen Schluss, wie die dpa am Sonntag (29.09.2019) berichtet.

Keine Maßnahmen gegen Wölfin

Die umstrittene Wölfin am Niederrhein ist nach Feststellung des NRW-Umweltministeriums kein Problemwolf. Das habe die eingehende Prüfung durch Fachleute von Land und Bund ergeben, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Experten hatten die Umstände der Schafsrisse überprüft und festgestellt, dass die erforderlichen Schutzmaßnahmen durch die Schafhalter nicht optimal umgesetzt waren. Diese Schwachstellen habe die Wölfin nutzen können, wie ein Ministeriumssprecher sagte.

Damit gebe es keine rechtssichere Grundlage, Maßnahmen gegen die Wölfin zu ergreifen. Wölfe stehen unter Schutz.

"Gloria" steht unter Beobachtung

Die Wölfin stehe aber unter Beobachtung. Sollte sich der Eindruck verdichten, dass die Wölfin trotz optimaler Schutzmaßnahmen immer wieder in Herden einfalle und Tiere töte, dann könnte sie vertrieben oder zum Abschuss freigegeben werden.

Wölfe abschießen: Der Verdachtsfall soll reichen

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 22.05.2019 06:38 Min. Verfügbar bis 21.05.2024 WDR 5

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Seit Oktober 2018 haben sich drei Wölfe in Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Ihre Gebiete liegen bei Schermbeck am Niederrhein, in der Senne bei Bielefeld und in der Eifel an der Grenze zu Belgien. In keinem anderen Gebiet in NRW gibt es einen so scharfen Konflikt um den Wolf wie am Niederrhein.

Stand: 29.09.2019, 12:09