Aachen: Wissenschaftler bezweifeln Sicherheit von Tihange

Aachen: Wissenschaftler bezweifeln Sicherheit von Tihange

  • Experten: Tihange und Doel verletzen Sicherheitsprinzipien
  • Stilllegung der belgischen "Risse-Reaktoren" gefordert
  • Betreiber Electrabel widerspricht den Fachleuten

Die als "Risse-Reaktoren" bekannten Blöcke der Kernkraftwerke Tihange und Doel standen im Fokus einer internationalen Expertenkonferenz in Aachen. Daran nahmen am Freitag und Samstag (13./14.04.2018) Atomwissenschaftler aus verschiedenen Ländern teil.

Kritik an Stahlbauteilen

Der Reaktor mit Tausenden Rissen müsse nach dem jetzigen Stand der Erkenntnisse vorerst stillgelegt werden, heißt es in einer Erklärung, die das Netzwerk Inrag bei seiner Fachtagung in Aachen verabschiedete. Die Stahlbauteile der belgischen Reaktoren hätten aufgrund ihrer Schwächen nie eingebaut werden dürfen. Sie verstießen gegen internationale Sicherheitsmaßstäbe, hieß es.

Reaktion von Betreiber Electrabel

Der Betreiber Electrabel widerspricht der Einschätzung der Experten: "Die drei Reaktorblöcke von Tihange werden vollkommen sicher betrieben und erfüllen sämtliche Sicherheitsanforderungen der Kontrollbehörden", betont Electrabel.

Tihange: "Weitere Laufzeit unverantwortbar"

WDR 5 Morgenecho - Interview | 13.04.2018 | 05:32 Min.

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Stand: 14.04.2018, 18:58