Geschlossene Pflege-Einrichtung: "Patienten wie Tiere abtransportiert"

Eine Person in Schutzkleidung schiebt einen Rollstuhl über die Straße

Geschlossene Pflege-Einrichtung: "Patienten wie Tiere abtransportiert"

  • Angehörige erst am Abend kontaktiert
  • Mögliche Klage gegen Kreis
  • Einrichtung von Räumung überrascht

Nach der Schließung der Wachkoma-Einrichtung in Willich-Wekeln (Kreis Viersen) hat sich eine Angehörige am Freitag (15.02.2019) dem WDR gegenüber empört über die Art und Weise der Räumung gezeigt.

Die Aktion sei völlig überzogen gewesen, sagt Lydia Weger, deren Schwiegermutter von der Räumung betroffen war. Die Patienten seien teilweise wie Tiere abtransportiert worden. Lydia Wegers Schwiegermutter habe dabei fast einen Herzinfarkt erlitten.

Die Angehörigen seien außerdem erst am Abend kontaktiert worden, nachdem die Umverlegung begonnen hatte. Der Kreis Viersen argumentiert, dass man vorher keinen Zugang zu den Patientenakten hatte.

Betreiber und Angehörige schalten Anwalt ein

Der Betreiber der Einrichtung hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet und prüft die Möglichkeit einer Klage gegen den Kreis Viersen.

Als Aufsichtsbehörde hatte der Kreis Viersen bereits Anfang Februar Mängel in der Pflege und Hygiene festgestellt. Nachdem keine Verbesserungen vorgenommen worden waren, ließ man die Einrichtung am Dienstag (12.02.2019) schließen. Die Patienten wurden in andere Einrichtungen verlegt.

Der Anwalt des Betreibers teilte dem WDR mit, "eigentlich konstruktive Gespräche" mit dem Kreis geführt zu haben. Zwar seien Mängel festgestellt worden, diese seien aber nicht gravierend gewesen.

Stand: 15.02.2019, 19:02