Wildschweinplage in Wuppertal

Garten zerstört: Wuppertaler leiden unter Wildschweinplage Lokalzeit Bergisches Land 01.04.2020 04:00 Min. Verfügbar bis 02.04.2021 WDR Von Carsten Stein

Wildschweinplage in Wuppertal

  • Massive Schäden durch Wildschweinplage
  • Jäger: Wildschweinjagd ist schwierig 
  • Betroffene fühlen sich allein gelassen

In Wuppertal-Unterdahl berichten Einwohner von einer Wildschweinplage (01.04.2020). Die Tiere wurden schon am helllichten Tag mitten in der kleinen Ortschaft gesehen. Viele Eltern sorgen sich um ihre Kinder. Sie appellieren an Jäger und Stadt, ihnen zu helfen.

Betroffene hilflos gegenüber Schäden

Gartenbesitzer Alexander Küpper berichtet, zwischen vier und acht Tieren pflügten seinen Garten regelmäßig um. Das belegen auch Bilder einer Nachtsichtkamera. Rasen oder Beete neu anzulegen, sei aber sinnlos, weil die Wildschweine die Arbeit wenig später wieder zunichte machten. Und er bleibe auf den Kosten sitzen. Er fordert die Jäger auf, mehr zu jagen.

Jäger: Jagd ist schwierig 

Schäden im Garten durch Wildschweine.

Schäden im Garten durch Wildschweine.

Die Wildschweinplage bereitet auch den Jägern Sorge. Frank Auer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft in Wuppertal, sagt, das Borstenvieh habe sich durch die milden Winter massenhaft vermehrt. Die Tiere legten in der Nacht bis zu 30 Kilometer zurück, seien also schwer aufzuspüren. Zudem könne nur bei Vollmond gejagt werden.

Dabei erschwert das Jagdgesetz die Dezimierung der Tiere. So dürfen die Jäger zwar Nachtsichtgeräte benutzen, nicht aber Nacht-Zielgeräte. Das heißt: Ist ein Wildschwein mit dem Nachtsichtgerät gesichtet, würden die Jäger beim Ansetzen des Gewehres durchs Zielrohr nur Schwarz sehen. 

Streit um geeignete Dezimierungsmethoden

Den Betroffenen rät die Kreisjägerschaft, die Gärten entweder mit sogenannten Vergrämungsmitteln zu sichern oder einen soliden Zaun zu errichten. Für Alexander Küpper keine Alternative. Ein Zaun sei zu teuer. Er fordert, dass sie Jäger in seinem Garten jagen.

Nachtbildkamera zeigt Wildschweine im Garten.

Nachtbildkamera zeigt Wildschweine im Garten.

Das Problem: Der Garten liegt im sogenannten „befriedeten Bereich“ - Schießen ist dort strikt verboten. Laut Stadt könnten die Grundstücksbesitzer aber bei der Unteren Jagdbehörde eine Sondergenehmigung beantragen. Bei einer Ortsbesichtigung würde dann geprüft, ob der Garten zur Jagd geeignet ist. Dann müssten sich die Gartenbesitzer allerdings selbst um einen Jäger bemühen.

Hans-Willi Kling, dem das angrenzende Jagdrevier gehört, winkt erstmal ab: die Gefahr für Menschen sei bei einer Jagd im Wohngebiet zu groß.

Schnelle Lösung nicht in Sicht 

Alexander Küpper und etwa 50 weitere Betroffene wollen sich damit nicht abfinden und an die Politik wenden. Sie hoffen auf deren Unterstützung. So lange werden aber die Wildschweine wohl noch die Hoheit in ihren Gärten haben. 

Stand: 01.04.2020, 21:11

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