Wildschwein randaliert in Dinslakener Kaufhaus

Wildschwein randaliert in Dinslakener Kaufhaus

Ein aufgebrachtes Wildschwein hat in Dinslaken ein Kaufhaus gestürmt. Kunden sprangen auf Tische und Stühle, bis das Tier schließlich wieder flüchtete.

Gleich mehrere ungewöhnliche Notrufe waren am Samstag bei der Polizeileitstelle eingegangen. Beobachter hatten im niederrheinischen Dinslaken ein Wildschwein zunächst über eine Straße mitten im Ort rennen sehen.

Konkurrent vermutet - eigenes Spiegelbild gerammt

Wenig später wurde dann allerdings gemeldet, dass das Tier mehrfach gegen die automatische Eingangstür eines Kaufhauses lief. Offensichtlich, so vermutet die Polizei, habe das Wildschwein sein eigenes Spiegelbild in der Glasfront gesehen und war beherzt zum Angriff übergegangen, indem es den vermeintlichen Konkurrenten rammte.

Die Glastür wurde durch die Attacke nicht nur erheblich beschädigt, das Wildschwein drang so schließlich auch in den Laden ein und richtete drinnen erheblichen Schaden an. Kunden flüchteten sich vor dem ausgewachsenen Tier auf Tische und Stühle.

Wildschwein flüchtet zurück in den Wald

Am Ende blieben aber alle Beteiligten unverletzt und das Wildschwein konnte sich wieder nach draußen flüchten. Später am Nachmittag wurde das Tier in einem nahen Waldstück gesichtet. Vermutlich floh es bei einer sogenannten Drückjagd Richtung Stadt, die zu diesem Zeitpunkt stattfand, so der Leiter des Regionalforstamts Niederrhien, Michael Herbrecht.

Bei dieser Jagdform drängen Treiber am Boden das Wild Richtung Hochsitz, von wo aus es geschossen wird. Die Jäger sind derzeit angehalten, verhältnismäßig viele Wildschweine zu schießen. Momentan gäbe es die Afrikanische Schweinegrippe nur in Brandenburg, aber man wolle einer unkontrollierten Ausbreitung in NRW vorbeugen.

Mitleid mit dem Schwein

Viele User in den Sozialen Medien zeigten Mitgefühl mit dem vermeindlich überforderten Tier. Man müsse sich aber keine Gedanken um das Wildschwein machen, so Michael Herbrecht. Schweine seien hochintelligent und fänden bestens den Weg zurück in den Wald. Außerdem hätten sie Angst vor Menschen und würden sich nur gelegentlich auf Parkplätzen oder öffentlichen Orten aufhalten können, weil sie Autos und Häuser nicht der menschlichen Welt zuordnen. Dafür bräuchten die Objekte zwei sich bewegende Beine.

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Viele Wildschweine in NRW unterwegs

Die Wildschweinpopulation ist seit Jahren sehr hoch in NRW. Auch milde Winter tragen zur Vermehrung bei. Für die hohe Wildschweindichte hat der Naturschutzbund auch eine Erklärung: "Dank hervorragender Lebensbedingungen - intensivierter Maisanbau und breites Nahrungsangebot - steigt die Wildschweinpopulation seit Jahren an. Die illegale Fütterungspraxis fördert diesen Trend zusätzlich." Vom 16. Juni bis 31. Januar dürfen sie laut NABU (Naturschutzbund Deutschland) bejagt werden.

Stand: 30.11.2020, 20:16