Betrug bei Schnelltests

Vereitelter Corona-Testbetrug in Köln

Stand: 01.07.2021, 17:56 Uhr

Betreiber von Teststationen versuchten, insgesamt 185.000 Tests abzurechnen. Es geht um zwei Millionen Euro. Das Kölner Gesundheitsamt kommt mutmaßlichem Betrug auf die Spur.

Die Kölner Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen Betreiber von Corona-Teststationen. Wie die Behörden heute mitteilten, haben Beamte Wohnungen und Geschäftsräume von drei Männern in Köln und Bergheim durchsucht. Die Betreiber im Alter zwischen 25 und 31 Jahren wollten offenbar mehr als 100.000 Tests abrechnen, obwohl sie nur einen Bruchteil davon tatsächlich durchgeführt hatten.

Kölner Shisha-Bar als Teststation

Das Kölner Gesundheitsamt hatte bereits im Juni zwei Stationen geschlossen. Den Kontrolleuren waren hygienische Mängel und Ungereimtheiten bei den Abrechnungen aufgefallen. Nach Angaben einer Sprecherin der Stadt Köln betrieben die im Verdacht stehenden Männer auch eine Schisha-Bar, die als Teststation umfunktioniert wurde.

Nur neun von angeblich 100.000 Corona-Tests positiv

Laut Stadt sollen dort vom 09. Mai bis zum 16. Juni 100.000 Test durchgeführt worden sein. Nur neun von ihnen waren positiv. Das sei allein schon aufgrund der geringen Fläche in der Bar nicht möglich, so die Sprecherin der Stadt. Die sogenannten Plausibilitäts-Kontrollen des Kölner Gesundheitsamtes brachten den mutmaßlichen Betrug ans Licht.

Zusätzliche hygienische Mängel

Außerdem habe es hygienische Mängel gegeben. Auch in der zweiten Teststation der Betreiber in Köln-Ehrenfeld soll es Auffälligkeiten gegeben haben. Auch dort wollen die Verantwortlichen in kurzer Zeit sehr viele Test durchgeführt haben. Insgesamt kommen die Betreiber laut Stadt Köln an beiden Teststationen auf 185.000 Test in wenigen Wochen. Davon nur 14 positiv.

Betreiber versuchten Millionen abzurechnen

Laut Kölner Polizei hatten die Betreiber versucht gefälschte Schnelltestunterlagen bei der Kassenärztlichen Vereinigung einzureichen. Es geht dabei um eine Summe von etwa zwei Millionen Euro. Die Auszahlung sei allerdings durch die Ermittlungen verhindert worden, so die Polizei. Unklar ist bislang wie viele Tests die Betreiber tatsächlich durchgeführt haben. In Köln gibt es nach Auskunft der Stadt aktuell 800 Teststationen.