Kostenexplosion bei weiterem Bonner Bauprojekt

Ein Bagger steht auf der Baustelle der Viktoriabrücke.

Kostenexplosion bei weiterem Bonner Bauprojekt

Von Sebastian Tittelbach

  • Stadtbaurat: "Ganz andere Brücke gebaut als geplant"
  • Baufirmen verlangen durch Bauboom höhere Preise
  • Brücke soll Ende 2021 fertig sein

Bei einem weiteren Bauprojekt der Stadt Bonn sind die Kosten explodiert. Nachdem die Sanierung der Beethovenhalle immer teurer wird, laufen nun auch die Kosten für die Viktoriabrücke aus dem Ruder. Zurzeit rechnet die Stadtverwaltung damit, dass der begonnene Neubau mindestens 45 Millionen Euro kosten wird, 20 Millionen mehr, als 2012 angenommen.

Kostenexplosion trifft Stadtverwaltung unvorbereitet

Die Viktoriabrücke in Bonn.

Um sie geht es: Die Viktoriabrücke in Bonn.

Stadtbaurat Helmut Wiesner erklärte, dass er bis vor einem Monat nur von einer Steigerung von bis zu zehn Prozent ausgegangen sei. Eine gründliche Analyse habe nun die neuen Zahlen geliefert. Wiesner führt eine ganze Reihe von Gründen an. So handle es sich bei dem Neubau der Brücke um ein langes, anspruchsvolles Projekt, die Brücke führe über eine der am stärksten befahrenen Bahnstrecke Deutschlands. Hinzu käme der Bauboom, der Baufirmen zu einem "ungenierten Griff in die kommunalen Kassen" verleite. Manche Firma fordere "Mondpreise" für ihre Leistungen.

Baubeginn ohne fertige Planung

Und schließlich sei laut Wiesner eine ganz andere Brücke gebaut worden, als geplant. Nach einem städtebaulichen Wettbewerb 2015 habe der Stadtrat deutliche Änderungen beschlossen. Das hatte zur Folge, dass mit dem Bau bereits begonnen wurde, noch bevor die neuen Planungen abgeschlossen waren. Die Stadtverwaltung verteidigt diesen Schritt damit, dass sie Zeit sparen wollte. Bei einem Aufschub hätte die marode Innenstadt-Brücke möglicherweise komplett gesperrt werden müssen.

Stadt muss nicht komplette Kostensteigerung tragen

Die Stadt geht davon aus, dass die Bauarbeiten wie geplant Ende 2021 abgeschlossen sind. Die Mehrkosten wird Bonn voraussichtlich nicht allein tragen müssen. 60 Prozent der Gesamtkosten werden unter anderem vom Land gefördert.

Stand: 22.05.2019, 16:19