Widerstand am Niederrhein gegen weitere Kiesgruben

Zu viele Baggerseen am Niederrhein?

Widerstand am Niederrhein gegen weitere Kiesgruben

  • Landrat Müller droht mit Klage vor Oberverwaltungsgericht
  • Landschaft sehe jetzt schon aus wie ein "Schweizer Käse"
  • Nicht klar, welcher Kiesbedarf eigentlich besteht

Am Niederrhein wächst der Widerstand gegen die von der Landesregierung geplante Verlängerung des umstrittenen Kies- und Sandabbaus. Die im Entwurf für den Landesentwicklungsplan (LEP) vorgesehene Ausdehnung von 20 auf 25 Jahre sei nicht hinnehmbar, sagte der Landrat des Kreises Wesel, Ansgar Müller (SPD), am Freitag (10.05.2019) in Düsseldorf.

Die Kulturlandschaft gleiche jetzt schon einem "Schweizer Käse", so Müller. Der Landrat droht mit einer Klage vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster, sollte der Plan vor der Verabschiedung im Landtag nicht geändert werden.

"Baggerloch an Baggerloch" nicht hinnehmbar

Wenn der sogenannte Versorgungszeitraum für den Kiesabbau um weitere fünf Jahre verlängert werde, würde eine Fläche in der Größe von 420 Fußballfeldern "unwiederbringlich zerstört", sagte Landrat Müller. Seit mehr als 20 Jahren kämpften Städte und Bürgerinitiativen am Niederrhein dagegen, "dass sich hier Baggerloch an Baggerloch reiht".

Der Rechtswissenschaftler Professor Martin Kment von der Universität Augsburg kommt in einem Gutachten zu dem Schluss, dass die Landesregierung nicht ermittelt habe, welcher Kies-Bedarf eigentlich zu sichern sei. Damit wäre nach seiner Ansicht die Ausweisung weiterer Abbauflächen angreifbar.

Stand: 10.05.2019, 13:26