Protestaufruf gegen Kollegah-Konzert in Köln

Kollegah

Protestaufruf gegen Kollegah-Konzert in Köln

Von Chantal Stauder

  • Kölner Grüne fordern Absage des Kollegah-Konzerts
  • Kritik an menschenverachtende Texte des Rappers
  • Katholische Kirche unterstützt den Boykott-Aufruf

Am Dienstagabend (12.11.2019) soll das Konzert des umstrittenen Rappers Kollegah im Kölner E-Werk stattfinden. Im Vorfeld hatte sich Widerstand dagegen gebildet, u.a. von der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und den Grünen in Köln. Sie forderten den Veranstalter auf, das Konzert abzusagen. Der Grund: Der Rapper sei für seine frauenverachtenden, homophoben und antisemitischen Sprüche und Liedtexte bekannt.

Bislang ist das Konzert im E-Werk noch nicht abgesagt worden. Sollte es stattfinden, möchten am Abend verschiedene Gruppen und Bürger der Stadt vor dem Veranstaltungsgebäude protestieren. Ein Treffen ist für 19 Uhr angesetzt worden, meldet die Redaktion der in Köln ansässigen feministischen Zeitschrift EMMA.

Immer mehr Kritik gegen den Kollegah-Auftritt

Der Kölner Stadtdechant Robert Kleine sprach sich vergangene Woche gegen den Aufritt aus. "Gerade wenn antisemitische Schmähungen und Übergriffe leider wieder an der Tagesordnung sind, dürfen wir keine Rücksicht auf vermeintlich künstlerische Freiheiten nehmen, zumal Rapper wie Kollegah großen Einfluss auf unsere Jugend haben", sagte er dem Portal domradio.de.

Bürgermeister Andreas Wolter hatte in einer Mitteilung der Kölner Ratsfraktion der Grünen seine Kritik folgendermaßen erklärt: "Ich finde es beschämend, dass das E-Werk diesem Rapper mit seinen menschenverachtenden Texten eine Bühne bietet. Das E-Werk sollte diesen Auftritt absagen, es verdient mit dutzenden von multikulturellen Veranstaltungen viel Geld, nicht zuletzt auch mit der Stunksitzung."

Für Jürgen Wilhelm, den Vorsitzenden der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit sei es falsch, dem Musiker in Köln eine Bühne zu bieten. "Durchgängig propagiert Kollegah in seinen Texten Antisemitismus, Homophobie, Gewalt gegen Frauen und ruft auch zum Hass gegen sozial Marginalisierte auf", so Wilhelm. Der Vereinsvorsitzende ruft dazu auf, sich klar gegen den Auftritt Kollegahs auszusprechen: "Antisemitismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen."

Stadt Rastatt sagte Konzert des Rappers ab

Die Stadt Rastatt in Baden-Württemberg hatte zuvor ebenfalls ein Konzert des Rappers abgesagt, das für den 9. November geplant war. Im Gegensatz zu Köln sollte die Veranstaltung im städtischen Eigenbetrieb Badner Halle stattfinden.

Die Zeitschrift Emma hatte Kollegah wegen seiner frauenfeindlichen Äußerungen zuletzt sogar zum "Sexist Man Alive" gekürt. 2018 war Kollegah bei der Verleihung des Musikpreises "Echo" wegen antisemitischer Liedzeilen in die Kritik geraten. In einem Song des Rappers, den er zusammen mit Farid Bang gemacht hat, heißt es etwa: "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen."

Zwischenruf - Mentoring in Verschwörungstheorie

WDR 3 Resonanzen 06.08.2019 03:40 Min. Verfügbar bis 05.08.2020 WDR 3

Download

Stand: 12.11.2019, 09:27