Kieskonferenz Wesel: Kritiker planen Klage gegen Kiesabbau

Zu viele Baggerseen am Niederrhein?

Kieskonferenz Wesel: Kritiker planen Klage gegen Kiesabbau

Von Marcus Böhm/Tim Köksalan

  • Kies-Abgrabungskonferenz in Wesel
  • Gegenveranstaltung in Kamp-Lintfort
  • Betroffenen Kommunen sind gegen die Pläne

Die Planer der Kieskonferenz und die Industrie bedauern den Boykott der Kommunen und Kiesgegener. Sie sprechen von einer vergeben Chance. Die Gegner der Veranstaltung begründen ihre Ablehnung und Fernbleiben am Dienstag (08.10.2019) damit, dass kein Entscheidungsträger der Landesregierung vor Ort war.

Wesels Landrat Ansgar Müller schließt sich dieser Kritik an und will gegen die Abbaupläne des Landes klagen. Dabei beruft er sich auf das Urteil des Oberverwaltungsgerichts zum Braunkohleabbau im Hambacher Forst. "Auch am Niederrhein besteht keine Notwendigkeit für einen derartigen Eingriff in Natur und Landschaft“, so Ansgar Müller. "Alle acht betroffenen Kommunen sind gegen die Pläne."

Kieskonferenz für einen intensiveren Abbau am Niederrhein

Das Land NRW hat bei der Konferenz in Wesel seine Pläne für einen intensiveren Kiesabbau am Niederrhein vorgestellt. Teilnehmer der Kieskonferenz, darunter der Regionalverband Ruhr (RVR) und Kiesabbaufirmen, sprachen über Baustoffe, die Kies ersetzen könnten.

Andreas Pinkwart

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart unterstützt die Veranstaltung: "Ich finde es sehr gut, dass der RVR heute Bürgerinitiativen, Unternehmen und die Kommunen zu einer 'Abgrabungskonferenz' einlädt. Die Konferenz wird das nicht ganz unkomplizierte Verfahren für den neuen Regionalplan Ruhr unterstützen", sagte er.

Kiesgegner trafen sich zu einer Gegenveranstaltung

Das Aktionsbündnis Niederrheinappell und mehrere Kommunen, wie etwa Rheinberg, hatten schon zuvor ihre Teilnahme abgesagt. Ihre Kritik: Wenn es keinen Kompromiss gebe und sich die Gesetzesvorgabe nicht ändere, sei die Konferenz eine reine Alibiveranstaltung. Die Kiesgegner trafen sich deshalb am Dienstagabend zu einer Gegenveranstaltung im Kamp-Lintforter Rathaus.

Für sie sind weder die Industrie, noch die Planer der geeignete Ansprechpartner. Sie fordern die Landesregierung auf, die Abbaupläne am Niederrhein zu überarbeiten.

Kiesabbau soll verlängert werden

Der jahrzehntelange Kiesabbau am Niederrhein wird schon lange von betroffenen Städten und Umweltverbänden kritisiert. Der NRW-Landtag hatte im Juli 2019 eine Änderung des Landesentwicklungsplans beschlossen. Damit soll das Kiesvorkommen für die nächsten 25 Jahre gesichert sein. Umstritten sind auch Planungen für zusätzliche Abbaugebiete am Niederrhein.

Jetzt soll im Kreis Wesel geprüft werden, inwieweit die Lagerstätten besser ausgeschöpft werden können, um den Flächenverbrauch zu verringern.

Landesentwicklungsplan zu umstrittenenen Kiesabbauplänen im Landtag Lokalzeit aus Duisburg 15.05.2019 Verfügbar bis 15.05.2020 WDR Von Frank Wolters

Stand: 09.10.2019, 08:50