Weltkriegsbombe in Köln-Ehrenfeld entschärft

Mitarbeiter der Stadt Köln stehen auf dem Melatengürtel.

Weltkriegsbombe in Köln-Ehrenfeld entschärft

Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld ist die englische Zehn-Zentnerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst konnte die Bombe gegen 1 Uhr früh unschädlich machen, teilte die Stadt Köln mit. 13.000 Anwohnende können wieder zurück in ihre Wohnungen.

Er wurde eine lange Nacht für alle Beteiligten. Seit dem frühen Montagnachmittag hatten Mitarbeiter des Ordnungsamts die Menschen aus ihren Wohnungen in Ehrenfeld geholt. Rund 13.000 Personen mussten ihre Häuser verlassen.

Eine Mammutaufgabe für das Ordnungsamt. Um 0.44 Uhr kam dann endlich die Freigabe für die Experten der Kampfmittelbeseitigung, mit der Entschärfung zu beginnen. Danach ging es dann schnell.

Anlaufstelle im Stadion

Die Stadt Köln hatte eine Anlaufstelle für die Betroffenen im RheinEnergie-Stadion eingerichtet. Dort konnten sich Menschen, die keine anderweitige Bleibe hatten, bis zur Entschärfung der Bombe in der VIP-Lounge aufhalten. Über 440 Menschen kamen zur Anlaufstelle.

Verzögerungen wegen Quarantäne-Transporten

Die Evakuierung der Wohnungen verzögert sich auch deshalb, weil Menschen, die sich derzeit in Corona-Quarantäne befinden, extra mit Rettungswagen abgeholt wurden. Sie wurden gesondert untergebracht. Einsätzkräfte mussten die Fahrzeuge nach jedem Transport desinfizieren. Das Gesundheitsamt der Stadt Köln teilte am Abend mit, dass im Evakuierungsbereich 65 Personen unter coronabedingter Quarantäne standen.

Von der Bombenentschärfung betroffene Anwohner warten am Check-in vor dem Rhein-Energie-Stadion.

Der Fundort des Bombenblindgängers lag laut Stadt in der Ehrenfelder Fröbelstraße auf Höhe der Hausnummer 20. Mitarbeiter eines Spezialunternehmens hatten den Blindgänger mit Metalldetektoren auf einem Baugrundstück entdeckt.

Mehrere Hauptverkehrsstraßen gesperrt

In Ehrenfeld wurden mehrere Straßen gesperrt, unter anderem der Melatengürtel. Betroffen von der Sperrung waren auch die KVB-Linien 3 und 4 und die Linie 13, die jeweils den Gefahrenbereich ohne Halt durchfahren. Auch der Luftraum wurde kurzfristig für den Entschärfungszeitraum gesperrt, die Sperrungen sollten nach der Entschärfung wieder nach und nach aufgehoben werden.

Ein Verkehrschaos blieb am Abend aber aus. Auch der Melaten-Friedhof wurde evakuiert. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst und das Ordnungsamt der Stadt Köln waren vor Ort.

Bereits mehrere Bombenfunde im Oktober

Erst letzte Woche musste eine bei Bauarbeiten in Köln-Lindenthal gefundene Weltkriegsbombe entschärft werden. Der Blindgänger war in der Nähe der Uniklinik Köln gefunden worden.

Stand: 27.10.2020, 08:00

Weitere Themen