Teilerfolg für Kohl-Witwe im Prozess um Kohl-Protokolle

Dr. Helmut Kohl, ehemaliger Bundeskanzler a.D.

Teilerfolg für Kohl-Witwe im Prozess um Kohl-Protokolle

Von Markus Schmitz

  • Kohl Witwe hatte gegen Autor geklagt
  • Autor wollte ursprünglich Kohl Biografie schreiben
  • Kohl hatte Zusammenarbeit vorzeitig gekündigt

Im Streit um ein Buch über Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl hat seine Witwe am Mittwoch (11.12.2019) vor dem Kölner Landgericht einen Teilerfolg errungen. Nach ihrer Klage gegen Kohls ehemaligen Ghostwriter Heribert Schwan und dessen Verlag müssen nun weitere Passagen in dem Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" gestrichen werden.

Das Gericht geht davon aus, dass es zwischen dem Alt-Bundeskanzler und dem Kölner Autoren Heribert Schwan eine Verschwiegenheitspflichtung gegeben hat. Demnach durfte der Autor die vielen Zitate Kohls, in denen er auch andere Politikerkollegen verunglimpfte, nicht veröffentlichen, so das Urteil.

Weiterer Prozess kann folgen

Die Witwe Maike Kohl-Richter bekommt außerdem Auskunft darüber, wie viel der Hauptautor durch den Verkauf des Bestsellers eingenommen hat. Daran schließt sich eine Klage auf Schadenersatz an.

Wie viel Geld Maike Kohl-Richter fordert, ist abhängig von der Höhe der Einnahmen von Heribert Schwan. Ursprünglich hatte sie auch gefordert, dass der Verlag und ein Mitautor ihre Einnahmen offen legen. Dem ist das Gericht aber nicht gefolgt.

Heribert Schwan hatte über Jahre Memoiren über Helmut Kohl geschrieben und ihn auch über viele hundert Stunden interviewt. Die Zusammenarbeit endete noch zu Lebzeiten des Alt-Bundeskanzlers. Heribert Schwan geht davon aus, Maike Kohl-Richter habe darauf gedrängt, dass ihm als Autor gekündigt werde.

Er sagte in einem zurückliegenden Interview, dass Kohl-Richter die alleinige Geltungshoheit über das geistige Erbe Helmut Kohls haben wolle. Beide Parteien können, nach dem Urteil des Kölner Landgerichts von Mittwoch (11.12.2019), in Berufung gehen.

Stand: 11.12.2019, 11:40

Weitere Themen