Sonnenbrand bei Trauben: Winzer kämpfen gegen Trockenheit

Vertrocknete Weintrauben an der Ahr

Sonnenbrand bei Trauben: Winzer kämpfen gegen Trockenheit

  • Trauben verbrennen wegen starker Hitze
  • Ernteausfälle bis zu 50 Prozent erwartet
  • Neue Anbaumethoden

Die Winzer im Ahrtal und im Siebengebirge erwarten hohe Ernteausfälle wegen der Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen. Im Ahrtal sind rund ein Viertel der Rotweintrauben verbrannt und können nicht mehr für die Weinproduktion verwendet werden.

Ernteausfälle bis zu 50 Prozent

Wochenlange Trockenheit, Temperaturen bis zu 40 Grad: Winzer Markus Hostert aus Rech im Ahrtal findet zahlreiche Trauben in seinem Weinberg, die wegen Temperaturen regelrecht verbrannt sind. "Wir haben dadurch einen großen Ernteausfall zu erwarten – zwischen 40 und 50 Prozent." Bei der Lese muss er deshalb reife und verbrannte Trauben aufwendig trennen. "Das bedeutet für uns Mehrarbeit", sagt der Winzer.

Weil ältere Reben tiefere Wurzeln haben, kommen sie mit der Hitze besser klar. Problematisch ist das trockene Wetter für Jungreben. "Ihre Wurzeln sind noch nicht sehr tief und haben große Probleme, genügend Wasser zu bekommen", erklärt Markus Hostert. Er bewässert seine Jungreben deshalb regelmäßig mit Regenwasser. Dünne Schläuche versorgen seine Reben im ganzen Weinberg mit kleinen Wassertropfen.

Neue Anbaumethoden

Neben intensiver Bewässerung denken die Winzer im Ahrtal darüber nach, Hänge zu bewirtschaften, die bislang als zu nass und dunkel galten. "Aufgrund der veränderten klimatischen Bedingungen wären diese Lagen jetzt vielleicht die besseren", sagt Markus Hostert.

Auf die Qualität des neuen Jahrgangs hat die Hitze laut Winzerverband keine Auswirkungen. Nur die Menge der gelesenen Trauben wird dieses Jahr wohl so gering ausfallen wie noch nie.

Stand: 22.08.2019, 14:06