Düsseldorf sagt Weihnachtsmarkt in der Innenstadt ab

Der Weihnachtsmarkt mit Ständen und Buden in der Düsseldorfer Altstadt.

Düsseldorf sagt Weihnachtsmarkt in der Innenstadt ab

Von Noah Matzat

Lange wollte die Stadt nicht von dem Plan abrücken, einen Weihnachtsmarkt auszurichten. Angesichts der Entwicklungen der Pandemie wird es dieses Jahr aber doch keinen Weihnachtsmarkt geben.

Noch im Oktober hatte Düsseldorf Tourismus Details zum Hygienekonzept für einen möglichen Weihnachtsmarkt veröffentlicht. "Unser Anspruch war, dass sich Besucher auf unserem Markt wohlfühlen können. Dafür hatten wir Maßnahmen im Sinne des Infektionsschutzes getroffen", sagt Ole Friedrich, Geschäftsführer der ausrichtenden Agentur Düsseldorf Tourismus. Die aktuelle Entwicklung habe aber gezeigt, dass das dieses Jahr allerdings nicht möglich sei.

Infektionsschutz und Unsicherheit erfordern klaren Schritt

Dass das Infektionsgeschehen in Düsseldorf und der Region zunimmt, würde sowohl unter den potenziellen Besuchern als auch unter den Ausstellenden große Unsicherheit erzeugen. Friedrich erklärt: "Selbst wenn wir den Weihnachtsmarkt jetzt stoisch weiterverfolgen würden, kann es sein, dass wir kurz vorher absagen oder nach wenigen Tagen schließen müssen. Dieses wachsende Risiko macht es für alle Beteiligten unmöglich, seriös zu planen." Deshalb habe man sich jetzt für diesen späten, aber klaren Schnitt entschieden.

Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen hat auf die Absage des Weihnachtsmarkts reagiert. Die Maßnahme treffe im Düsseldorfer Einzelhandel auf Verständnis, löse aber auch Besorgnis für die Erwartungen zum Weihnachtsgeschäft aus.

Umsatzeinbrüche für Schausteller

"Diese Absage war angesichts der Pandemielage leider zu erwarten, führt aber bei vielen Einzelhändlern zu tiefen Sorgenfalten", äußert sich Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes. Die Weihnachtszeit ist für viele Einzelhandelsbranchen die wichtigste Jahreszeit, in der teilweise 30 bis 50 Prozent des Jahresumsatzes erzielt werden.

Für viele Händler und Schausteller bedeutet der überregional und auch in den Nachbarländern beliebte Weihnachtsmarkt ein Geschäft, das gerade dieses Jahr wichtig gewesen wäre. "Wir sind die ganze Zeit im engen Austausch und wussten, dass wir den Weihnachtsmarkt natürlich auch für unsere Partner planen, um ihnen zumindest einen Teil der sonst üblichen Umsätze zu ermöglichen", sagt Friedrich.

Stadt prüft Hilfen für Schausteller

Die Stimmung sei zuletzt aber so, dass sich einige schon nicht mehr beteiligen konnten und dass in der Bevölkerung das Verständnis für große Events in der Vorweihnachtszeit schwindet, sagt Friedrich. Die Stadt prüft derzeit, mit welchen Alternativen sie Händler und Schausteller unterstützen kann.

Denn viele von ihnen haben aufgrund der Absage des Weihnachtsmarkts große Existenzängste – so auch Oliver Wilmering: "Das ist für uns Schausteller alle katastrophal, die Absage der Weihnachtsmärkte – gerade nach diesem speziellen Jahr, was wir gerade hinter uns haben. Wir hatten darauf noch gehofft, als letzten Strohhalm, um dann über die Winterpause zu kommen. Und jetzt gerade hat oberste Priorität, das Überleben unserer Berufsgruppe und da haben wir ganz große Existenzängste". Wilmering ist Schausteller und Vorsitzender des Schaustellerverband Düsseldorf.

Stand: 23.10.2020, 18:49