NRW-Weihnachtsmärkte Mitte November: Schön oder nur Kommerz?

Kommerz vs. Christentum: Weihnachtsmärkte im November 02:39 Min. Verfügbar bis 12.11.2020

NRW-Weihnachtsmärkte Mitte November: Schön oder nur Kommerz?

Von Andreas Palik & Lisa Mathofer

  • Viele Märkte eröffnen bereits Anfang November
  • Für Kirche und Passanten viel zu früh
  • Hohe Nachfrage nach Weihnachtsmärkten

Einige Weihnachtsmärkte in Nordrhein-Westfalen öffnen dieses Jahr besonders früh, so auch am Donnerstag (14.11.2019) in Duisburg, am Freitag in Essen und Oberhausen. Unverständnis kommt von Seite der Kirchen. Die Religion rücke immer weiter in den Hintergrund. Die Stadt Duisburg verteidigt den Eröffnungstag.

"Weihnachten ist nicht irgendeine kulturelle Lichtfeier"

Noch ist der Duisburger Weihnachtsmarkt im Aufbau, ein paar Passanten huschen zwischen den Ständen vorbei. Wie sieht es aus mit der Weihnachtsstimmung? "Kommt nur langsam, der Schnee fehlt halt", sagt eine Frau und lacht. "Ist zu warm, das Wetter spielt nicht mit", sagt eine andere.

Auch das Bistum Essen stört sich an den frühen Märkten. "Die Märkte sind vor allem Marketinginstrument, um in Zeiten des Online-Handels mehr Leute in die City zu locken", so Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums Essen. Christen sei es wichtig, dass Weihnachten nicht nur Kommerz, sondern das Fest der Geburt Jesu sei.

Geöffnete Weihnachtsmärkte in NRW

Nachfrage nach Weihnachtsmärkten hoch

Eislaufbahn auf dem Weihnachtsmarkt am Heumarkt

Das Besondere auf dem Kölner Heumarkt: die große Eislaufbahn.

"Die Öffnungszeiten der Weihnachtsmärkte resultieren vor allem aus der großen Nachfrage der Besucher", so Marc Engel, Projektmanager des Organisators des Weihnachtmarktes, der Duisburg Kontor GmbH. Der Termin soll mit Kirchenvertretern abgesprochen worden sein. "Wir sorgen halt für eine lebendige Innenstadt. Das ganze Jahr über, insbesondere zur Weihnachtszeit. Wenn wir damit den Handel unterstützen können, tun wir das auch gerne", sagt Geschäftsführer Uwe Kluge. Denn den Kommunen geht es dabei auch um eine florierende Wirtschaft.

Die meisten Märkte eröffnen nach Totensonntag

Traditionell eröffnen die Weihnachtsmärkte erst nach Totensonntag. So ist es auch dieses Jahr in Städten wie Köln oder Münster. Bonn startet einen Tag früher, am 23. November; Düsseldorf und Dortmund am 21. November.

In Essen öffnete der erste Markt dieses Jahr bereits am 2. November. Dort sind sich auch die Schausteller einig: Sie fehlt noch, die Weihnachtsstimmung. "Das kommt vielleicht drei, vier Tage vor Weihnachten, wenn man auch selbst Einkäufe für die Feiertage erledigt", sagt eine Frau, die Lebkuchenherzen verkauft. Nur der Verkäufer am Würstchenstand ist sich sicher: "Weihnachten sollte früh beginnen, es ist das Fest der Liebe. Die Liebe sollte eigentlich das ganze Jahr über blühen."

Stand: 12.11.2019, 21:06

Kommentare zum Thema

26 Kommentare

  • 26 Nadine 14.11.2019, 16:55 Uhr

    Natürlich geht es um Kommerz. Die Händler öffnen ja nicht wegen der ach so netten Stimmung ihre Buden. Ich besuche allerhöchstens nur unseren kleinen, feinen WM, der am ersten Adventswochenende stattfindet. In eine Großstadt bekommt mich niemand! Und ja, da darf es dann auch gerne mal ein Bierchen sein :-)

  • 25 Claudia 13.11.2019, 13:46 Uhr

    Viel zu früh - ist es nicht so, dass erst das Rare wirklich "wertvoll" wird? - Ich habe das Gefühl, die Weihnachtsmärkte fangen immer früher an, hören immer später auf und gelangen durch diese lange Laufzeit zu "alltäglichem - profanen".....schade drum

  • 24 senior 13.11.2019, 12:54 Uhr

    Die Kommerzialisierung schreitet unaufhörlich voran. Köln feiert bald das ganze Jahr Karneval, Schoko-Osterhasen gibt es bereits ab Januar, Advents- und Weihnachtsartikel spätestens ab Ende August, warum also nicht auch Weihnachtsmärkte mit Glühwein spätestens ab Juli? Die Einzelhändler freut`s, und die Kirchen meckern eh, als ob sie nicht mit wichtigeren Problemen beschäftigt sein sollten.

  • 23 Gelser 13.11.2019, 11:03 Uhr

    Ich meide Innenstädte noch mehr als sonst. Weihnachtskonsumterror. Maria wärst du hart geblieben, wär Weihnachten uns erspart geblieben.

  • 22 Hans 13.11.2019, 10:52 Uhr

    wir haben uns als Kinder auf Sankt Martin, heilige Barbara und Nikolaus gefreut, denn nur da gab es vor Weihnachten etwas süßes und an Nikolaus ein kleines Geschenk meistens aus Holz im Schuh. Heute ist Weihnachten und mittlerweile auch Ostern reiner KOMMERZ. Mit den Festen = Ostern u. Weihnachten wissen die meisten doch gar nichts mehr anzufangen. Schade.

  • 21 der aus dem Süden 13.11.2019, 10:20 Uhr

    Leider fast überall nur noch Kommerz. Da lobe ich mir die kleinen lokalen Weihnachtsmärkte die nur ein Wochenende stattfinden. Bei uns ist der Weihnachtsmarkt mittlerweile so unerträglich laut das wir uns ein langes Wochenende Urlaub gönnen.

  • 20 Bernd Hansen 13.11.2019, 10:04 Uhr

    Guten Morgen liebe WDRler, ich meide Weihnachtsmärkte und frage, wenn ich in eine neue Stadt komme, wo sich der Nächste befindet und meide das Viertel. Bis in die 1960er habe ich nur die traditionellen Märkte in Nürnberg und Dortmund gekannt und auch gelegentlich besucht. Wo zum Beispiel gibt es heute noch reine Bienenwachskerzen? Da sucht jeder vergeblich. Gruß aus dem Pott.

  • 19 Bärbel 13.11.2019, 09:32 Uhr

    Andere Frage: Wenn es NACH Weihnachten direkt wieder einen verkaufsoffenen Sonntag gibt, ist das dann schön oder nur Kommerz. Wer soll den ganzen Plunder eigentlich wirklich brauchen. Wir reden andauernd über Umweltschutz und CO2. Warum sparen wior alle nicht ganz einfach mal beim Konsum. Wir brauchen hierzulande eine Müllschutzgrundverordnung. (Gegenstück zur Datenschutzgrundverordnung) JEDER sollte sich täglich fragen, ob er in irgendeiner Form Müll produzieren (kaufen) muss. Einkaufen sollte verboten werden, es sei denn, es besteht tatsächlich ein Bedarf. Bestensfalls bei Lebensmitteln. Den Rest haben alle schon X-mal vorher gekauft.

  • 18 Kommerz. Was sonst. 13.11.2019, 08:46 Uhr

    Leider hat man durch die mittlerweile schon im Oktober beginnende Verkaufszeit von Spekulatius & Co. bis Weihnachten kaum noch Lust auf dasselbe. Immer mehr ausquetschen, entgegen jeder eigentlich schönen Tradition...schlimm. Und mittlerweile gehen die meisten eh nur noch zum Glühweinsaufen auf den Weihnachtsmarkt. Mit weihnachtlicher Stimmung haben Fake-Wollpullover aus angeblich Chile und Fressbuden alle 5 Meter wirklich kaum noch etwas zu tun. Früher begann die Weihnachtszeit im Advent. Und das war für uns als Kinder wunderschön.

  • 17 Uwe 13.11.2019, 08:40 Uhr

    Es ist zwar ungewohnt, so früh die Weihnachtsmärkte zu öffnen, aber in Großbritanien sind viele Weihnachtsmärkte kurz nach Halloween geöffnet. Bei uns sollten allerdings die Märkte an den Trauersonntagen nicht öffnen.

  • 16 Andreas 13.11.2019, 07:30 Uhr

    Es ist einfach nur Kommerz. Den Hals nicht voll kriegen. Massenhaft Geschenke verteilen. Und was haben Riesenräder und Karussells auf dem Weihnachtsmarkt zu suchen? Winterkirmes. Weihnachten ist die Geweihte Nacht, die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Die Nacht in der wir die Geburt Jesu feiern. Jesus sagt: Die Reichen werden leer ausgehen. Die Hungernden werden reich beschenkt. Wenn man manche Preise sieht, dann lässt man den Geldbeutel lieber zu. Auf den Weihnachtsmärkten wird man vollgedudelt und den Sinn von Weihnachten findet man nur, wenn man schon mal genau hinsieht. Wie Hanns-Dieter Hüsch sagte: Weihnachten heißt heute: Auf Wein achten.

    Antworten (1)
    • Sabine 14.11.2019, 18:22 Uhr

      Nicht alle sind religiös. Weihnachten gehört allen. Wir feiern nicht Jesus. An den glauben WIR nämlich nicht.

  • 15 Michael Schmitz 13.11.2019, 06:33 Uhr

    Generell ist das frühe Geschäft mit Weihnachten - und ich schließe die W-Märkte hier ein - eine Unsitte. Wenn man schon ab Anfang Oktober in den Geschäften mit Weihnachtsartikeln konfrontiert wird, ist man doch schon 'satt', wenn die eigentlichen Feiertage gekommen sind. Insbesondere für Kinder empfinde ich diese frühe Berieselung abträglich, alles wird dadurch verwässert. Und wenn man sich die ersten Tage auf einem W-Markt umsieht, sind lediglich die Glühweinstände frequentiert. In dieser Hinsicht stimme ich auch Kommentar Nr. 11 zu.

  • 14 Anonym 12.11.2019, 22:26 Uhr

    Weihnachtsmärkte sollten erst mit dem 1.Advent beginnen. Alles andere ist doch schon echt früh und hat mit Weihnachten nicht viel zu tun

  • 13 Werner 12.11.2019, 22:18 Uhr

    Weihnachten, kommt das Kommerzkind, eine geniale Erfindung der Geschäftemacher. Viele wissen doch gar nicht mehr was sie ohne den ganzen Rummel machen sollte, würden in tiefe Depression verfallen, dann kommt die Gesundheitsindustrie, natürlich völlig selbstlos, ins Spiel.

  • 12 Heiko Knop 12.11.2019, 21:32 Uhr

    Ich finde es sehr schade. Alles nur noch Kommerz Geld um jeden Preis machen. Traditionelle Weihnachten gibt's nicht mehr es ist nunmehr Geschenke verteilen und das ohne Mass und Ziel. Aber so ist das heute. Viele Verschulden sich und nach Weihnachten kommt der Schock. Auf dem Weihnachtsmarkt ist alles überteuert und ich gehe schon seit Jahren nicht mehr hin.

  • 11 Quoten-Wessi 12.11.2019, 21:09 Uhr

    Weihnachtsmärkte sind inzwischen die deutsche Antwort auf El Arenal. Junggesellenabschiede, Betriebsausflüge oder -weihnachtsfeiern beginnen oder enden dort. Am liebsten mit einheitlicher roter Mütze und LED-Bekeuchtung. Weil so lustig. Wie überhaupt alles hier nach drei Glühweinen. Advent? Ein Fremdwort. Löst nur noch Irritationen aus, es lebe die Party. Sucht man die Saufburgen mit Klimbim-Nachbarschaft noch im Hellen auf, gerät ein Gang zum Hindernislauf, sobald Kohorten stolzer Mamis unter Begleitschutz familiärer Infanterie ihren zum Rammbock umfunktionierten Transporter für die Spätfolgen einer Liebesnacht durchs ungepanzerte Publikum fräsen. Dem Besucher präsentiert sich - sofern er nicht alkoholisch benebelt ist - eine Fülle an Dingen, die es zu anderen Zeiten woanders wesentlich billiger gäbe. Aber hey, es ist ja Weihnachtsmarkt. Der Markt der Liebe. Und die verzeiht ja bekanntlich alles. Warum also nicht schon im Sommer anfangen? Erhöht die Chance auf Ruhe zu Weihnachten ..

    Antworten (2)
    • Anonym 12.11.2019, 22:11 Uhr

      Ja!

    • Wer Weisswas 13.11.2019, 10:04 Uhr

      Schön formuliert. Wo treten Sie auf?

  • 10 miseit 12.11.2019, 17:52 Uhr

    Heut zu Tage geht es NUR um GELD! Weihnachten wie Ostern!

  • 9 Secret Santa 12.11.2019, 17:32 Uhr

    Kommerz, leider. Aber schon lange. Man betrachte zudem etwas genauer die Stände, die dort ihre Waren feilbieten. Und angesichts der Tatsache, dass die Evangelische Kirche noch den Totensonntag vor sich hat und daher noch lange nicht Advent ist, ist es eh eine merkwürdige Angelegenheit...aber egal, Hauptsache, die Kasse klingelt. Wenn keiner hin ginge, wären die Märkte noch nicht geöffnet, weil es sich nicht lohnt.

    Antworten (2)
    • Sabine 13.11.2019, 07:42 Uhr

      Der Rest der Gesellschaft muss sich sicherlich nicht an die Evangelische Kirche halten....

    • Quoten-Wessi 13.11.2019, 10:00 Uhr

      Aber sie muss sich anderen Feiertagen unterordnen. Jedenfalls in katholisch besetzten Gebieten. Oder verlängern Sie die All-Saints-Eve-Party auch in den Allerheiligen-Sonntag? Allerseelen ist eh in Vergessenheit geraten ...

  • 8 Rheinländer 12.11.2019, 17:05 Uhr

    Lustige Frage. Was außer Kommerz ist Weihnachten denn sonst? Schon lange nicht mehr das besinnliche Fest der Liebe. Es ist eine Geschenke-Auspack-und Fress-Orgie.

  • 7 Mich@ 12.11.2019, 16:56 Uhr

    Wachstum, Wachstum predigen doch Co und Merz Sei es durch Produkte die selbst im Neuzustand schon als Sondermüll betrachtet werden müssten, oder die Nordmanntanne die im Kofferraum eines SUV vor dem Biomarkt steckt. Wer genervt ist kann ja mit Ryanair in den Skiurlaub fliegen. Frohes Fest

  • 6 Christoph 12.11.2019, 16:48 Uhr

    Kein anderes Fest wird so verkitscht und kommerzialisiert wie Weihnachten. Ich kann mir vorstellen, daß es viele vor allem junge Leute gibt, die nicht wissen, was Weihnachten überhaupt gefeiert wird. Ich jedenfalls meide Weihnachtsmärkte völlig und begebe mich in der Adventszeit nicht in unsere Innenstädte, in der sich dann kaufrauschsüchtige Menschen fast tottreten oder umrennen.

    Antworten (4)
    • Achim 12.11.2019, 17:10 Uhr

      Dem kann ich nur zustimmen. Der 1. Adventssonntag ist erst am 01.12. Das ist mittlerweile genau so ein Scheiß wie mit Karneval ab dem 11.11. Besinnt euch doch mal auf den Ursprung. Für die Industrie ist das ganze Jahr Weihnachten und Karneval, die Hauptsache es wird gekauft. Vielleicht kann ich dieses Jahr auch die Menschen mal ansprechen, welche sich hunderte von Lichterketten ans Haus hängen. Der Strom kommt ja aus der Steckdose. Die Vorweihnachtszeit wird mittlerweile nicht nur komerziell, sondern auch zur Selbstdarstellung genutzt. Und das hat überhaupt nix mehr mit Weihnachten im ursprünglichen Sinn zu tun.

    • Hajo 13.11.2019, 06:44 Uhr

      Lieber Christoph, ich gehe auch seit einigen Jahren nicht mehr auf Weihnachtsmärkte, aber nicht aus den von Ihnen genannten Gründen. Lieber Achim, Ihre Kritik an den ach so üppig mit Lichterketten beleuchteten Häusern zeigt Ihr vollständiges Unwissen um diese Tradition obwohl Sie in einem christlich geprägten Land leben. Schade, aber bezeichnend. Und beim angeblich so hohen Strombverbrauch nur durch die Weihnachtsbeleuchtung sollten Sie sich auch mal genauer erkundigen, denn der Stromverbrauch privater Haushalte insgesamt macht bei der Energieversorgung acht Prozent des Verbrauchs aus. Für die Weihnachtsbeleuchtung fallen durchschnittlich 2 € an - jährlich.

    • Sabine 13.11.2019, 07:46 Uhr

      Wäre mir neu, dass Christen RICHTIG Weihnachten feiern.... Die haben Weihnachtsbäume, Geschenke, gehen einmal im Jahr in die Kirche und schlagen sich den Bauch vor.....Was hat das mit ihrem Glauben zu tun??? Alle anderen dürfen machen, was sie wollen. Diese Tage sind außerdem gesetzliche und keine kirchlichen Feiertage.

    • Quoten-Wessi 13.11.2019, 09:51 Uhr

      Verehrter Hajo, Ihre Ausführungen zu Ihren Motiven, Weihnachtsmärkte nicht mehr aufzusuchen, bleiben leider im Dunkeln und die zu den angeblichen Traditionen, auf denen die Lichterkettendekorierung von Häusern fußen, leider auch. Trotz Lichts. Und was die von Ihnen vermittelte Geringfügigkeit der damit verursachten Kosten anbetrifft, sei folgendes angemerkt. Die Kosten, die der vollkommen sinnfreie, von vielen aber hingenommene Stromverbrauch im Standby-Betrieb verursacht (sogar meine Waschmaschine nutzt 7 Watt, obwohl sie tatsächlich nichts tut), mögen pro Haushalt aufs Jahr gerechnet knapp über der Wahrnehmungsschwelle liegen. Wurden alle diese Geräte bundesweit aber stromlos gestellt werden, könnte man sich ein Kraftwerk (Atom oder Kohle) schenken. Wenn schon relativiert wird, dann lieber richtig.