Aachener Weihbischof muss wegen Untreue vor Gericht

Weihbischof Dr. Johannes Bündgens lässt mit sofortiger Wirkung seine Ämter ruhen.

Aachener Weihbischof muss wegen Untreue vor Gericht

  • Gerichtsverhandlung wegen Untreuevorwurf
  • Aachener Weihbischof hat Geld inzwischen zurückgezahlt
  • Aachens Bischof Dieser will vollständige Aufklärung

Die Untreuevorwürfe gegen den Aachener Weihbischof Johannes Bündgens werden Ende Oktober vor dem Amtsgericht in Kerpen verhandelt. Das wurde am Montag (29.06.2020) bekannt. Ein Gerichtssprecher bestätigte, dass drei Verhandlungstage angesetzt wurden.

Betreuer wurde skeptisch

Die Kölner Staatsanwaltschaft wirft dem Weihbischof vor, von einer dementen Bekannten aus Kerpen 143.000 Euro veruntreut zu haben. Bündgens sagte dazu, er habe der Frau im Gegenzug ein lebenslanges Wohnrecht in seinem Haus in Aachen eingeräumt, das er für 600.000 Euro gekauft hatte. Das Geld ist laut Amtsgericht inzwischen komplett zurückgezahlt worden.

Die Frau hatte Bündgens schon länger gekannt und ihm eine Vollmacht für ihr Konto erteilt. Dem zwischenzeitlich eingesetzten Betreuer waren die Überweisungen aufgefallen.

Seit Bekanntwerden der Vorwürfe im Dezember 2019 lässt Bündgens seine bischöflichen Ämter ruhen. Aachens Bischof Helmut Dieser hatte sich schockiert über den Vorwurf geäußert und drängt auf vollständige Aufklärung.

Stand: 29.06.2020, 14:14