Wehrhahn-Prozess: Angeklagter soll Tat vor Monaten gestanden haben

Eine Frau kniet an der S-Bahn-Station Duesseldorf - Wehrhahn neben Blumen, Kerzen und Briefen, die zur Erinnerung an die Opfer des Bombenattentats vom 27. Juli 2000 niedergelegt wurden.

Wehrhahn-Prozess: Angeklagter soll Tat vor Monaten gestanden haben

  • Ehemaliger Mithäftling belastet Angeklagten
  • Hatte die Aussage zunächst verweigert
  • Angeklagter bestreitet die Tat

Im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn hat der ehemalige Mitgefangene des Angeklagten am Montag (23.07.2018) vor dem Düsseldorfer Landgericht bekräftigt, dass der mutmaßliche Täter vor wenigen Monaten im Gefängnis gestanden habe.

Bei einem gemeinsamen Hofgang habe der Angeklagte zu ihm gesagt, der Bombenanschlag sei anders verlaufen als geplant. In Bezug auf die Gruppe der verletzten jüdischen Sprachschüler soll der Angeklagte gesagt haben: "Eigentlich sollten alle dabei draufgehen."

Judenhass soll Motiv gewesen sein

Auch zu dem Motiv wurden Aussagen gemacht. So soll der Angeklagte gesagt haben, dass er die jüdischen Sprachschüler aus seinem Laden heraus täglich beobachtet habe, "wie sie den deutschen Staat ausnehmen." Als Deutscher und Soldat habe er sich verpflichtet gefühlt, etwas dagegen zu tun.

Schon damals hatte der frühere Mithäftling den Hinweis des Geständnisses dem Gefängnis mitgeteilt, die Aussage vor Gericht aber zunächst verweigert.

Bei dem Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn wurden am 27. Juli 2000 zehn Menschen verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um Zuwanderer aus Osteuropa, viele von ihnen jüdischen Glaubens. Der Angeklagte bestreitet die Tat und wurde Mitte Mai aus der Untersuchungshaft entlassen.

Stand: 23.07.2018, 16:19

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