Wegen Böllerverbot: Eitorfer Feuerwerksfirma Weco unter Druck

Eitorfer Feuerwerksunternehmen WECO steht vor dem Aus

Wegen Böllerverbot: Eitorfer Feuerwerksfirma Weco unter Druck

Von Ditmar Doerner

Die Ministerpräsidentenkonferenz hat auch für dieses Jahr ein Böllerverbot beschlossen. Für die Traditionsfirma im Rhein-Sieg-Kreis könnte das das Ende bedeuten. Betroffen wären insgesamt 400 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Schwerer Schlag für die Feuerwerksfirma Weco in Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis: In der Ministerpräsidentenkonferenz ist am Donnerstag unter anderem beschlossen worden, dass es auch in diesem Jahr ein Böllerverbot gibt.

Für das Eitorfer Unternehmen, das in Deutschland einen Marktanteil von rund 65 Prozent besitzen soll, ist das nach eigenen Angaben existenzgefährdend. Allein das Böllerverbot im vergangenen Jahr hatte bei dem Unternehmen nach eigenen Worten Verluste in zweistelliger Millionenhöhe verursacht.

Umsatz fast ausschließlich am Jahresende  

Das Unternehmen rettete sich, weil fast alle Beschäftigten knapp ein Jahr lang in Kurzarbeit gingen, so Weco. Zudem hatte der Bund den Beschäftigten in der pyrotechnischen Industrie Anfang des Jahres die Überbrückungshilfe II bewilligt. Auch das hatte Weco geholfen.

Trotzdem wäre ein erfolgreiches Silvestergeschäft in diesem Jahr existenziell wichtig gewesen, um ein Fortbestehen des Unternehmens zu sichern. WECO erwirtschaftet allein in den letzten drei Tagen des Jahres rund 95 Prozent des gesamten Jahresumsatzes.

Ganze Branche in Gefahr

Nach der Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz beklagt Weco, das neuerliche Verbot "entbehrt jedweder Grundlage und ist wissenschaftlich nicht nachvollziehbar." Von den Böllern und Feuerwerken gehe für das durch Corona belastete Gesundheitssystem keine zusätzliche Gefahr aus. In den vergangenen Tagen hatte das Feuerwerksunternehmen gewarnt, ein nochmaliges Verkaufsverbot würde den Todesstoß für das Unternehmen bedeuten. Und wohl auch für die allermeisten anderen Firmen der Branche. Die Feuerwerksfirma in Eitorf besteht seit 73 Jahren.

Stand: 02.12.2021, 18:39