Bonn: Reaktionen auf WCCB-Urteil

Bärbel Dieckmann beim Prozess.

Bonn: Reaktionen auf WCCB-Urteil

Das Urteil gegen die ehemalige Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) ist bei den derzeitigen Kandidaten für das Amt mit Überraschung aufgenommen worden.

Wegen des WCCB-Skandals sollen Dieckmann und der ehemalige Stadtdirektor Arno Hübner jeweils eine Million Euro Schadensersatz zahlen. In 25 Jahren Verwaltungsdienst habe er so ein drastisches Urteil noch nicht erlebt, sagte der amtierende und wieder kandidierende Bonner Oberbürgermeister, Ashok Sridharan, CDU. Er werde in Zukunft besonders vorsichtig sein.

Anwärter auf das Oberbürgermeisteramt überrascht über Urteil

Auch seine Gegenkandidatin Katja Dörner (Grüne) zeigt sich irritiert. Trotzdem dürfe man keine Angst vor Entscheidungen haben. SPD-Bürgermeisterkandidatin Lissi von Bülow fordert für die Zukunft einen klareren rechtlichen Rahmen als Schutz für Amtsträger.

Als einen Paukenschlag bezeichnet Michael Faber von den Linken die Entscheidung des Richters. "Es zeigt: Für hohe Verantwortungsträger der Stadt gilt der Grundsatz, für gravierende Fehler im Dienst einzustehen," sagt er. Ähnlich sieht das Werner Hümmerich von der FDP. Er wolle als Oberbürgermeister genauer in die Akten schauen und Daten prüfen.

Ex-Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann sagte dem WDR, sie überlege, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Stand: 11.09.2020, 20:25

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