Steigende Energiepreise: Wie es zuhause trotzdem warm bleibt

Stand: 20.01.2022, 16:40 Uhr

Draußen sinken die Temperaturen - gut, wenn die Heizung für ein warmes Zuhause sorgt. Das kann aber schnell ins Geld gehen, weil die Preise für Gas und Strom explodieren. Was tun?

Es sind schwere Zeiten für Energieverbraucher: Die Preise von Gas, Strom und Benzin sind stark gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt ist der Verbraucherpreisindex im Dezember gegenüber dem Vorjahr um rund 5 Prozent gestiegen, der Gaspreis habe sich sogar verdoppelt. Grund dafür sind gestiegene Beschaffungskosten: Die Großhandelspreise für Erdgas hatten sich im Jahresverlauf mehr als versiebenfacht. 516 Gasgrundversorger haben ihre Preise um durchschnittlich 9,4 Prozent anhoben.

Finanziell schwache Haushalte leiden besonders

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert eine Erhöhung des Heizkostenzuschusses zum Wohngeld. Der fiele mit einer einmaligen Auszahlung von 135 Euro pro Einzelhaushalt im kommenden Sommer zu gering aus, besser wären 500 Euro, sagt die Finanzexpertin Stephanie Heise von der Verbraucherzentrale NRW. Bei Beratungen von verschuldeten Verbrauchern seien besonders Verbraucher, die Sozialleistungen beziehen, durch die gestiegenen Energiepreise in Schwierigkeiten gekommen.

Bofinger fordert Mehrwertsteuersenkung

Der Ökonom Peter Bofinger fordert die Regierung auf, die Mehrwertsteuer auf Gas und Heizöl zu halbieren. So könnten allein die Gaspreise von Verbrauchern um 270 Euro reduziert werden. Bei Strom und Benzin sei eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent sinnvoll.

Stromanbieter kündigen teils rechtswidrig

Das Bild zeigt eine Heizung.

Heizkosten sind enorm gestiegen

Umweltministerin Lemke kritisiert die Stromanbieter. Wenn für die Kilowattstunde Strom 90 oder 97 Cent verlangt würden, dann lasse sich das nicht mehr mit den gestiegenen Beschaffungskosten erklären. Kündigungen von Stromanbietern seien teilweise rechtswidrig.

Was wir selbst tun können

Die Verbraucherzentrale empfiehlt den Wechsel aus Grundversorgungstarifen hin zu günstigeren Anbietern, um die Kosten jährlich um mehrere hundert Euro zu senken. Dabei würden Vergleichsportale im Internet helfen. Sie empfiehlt Verträge, die nicht länger als ein Jahr dauern. Außerdem solle man achtsam mit sogenannten Lockvogelangeboten mit Erstkundenboni umgehen.

Das Eigenheim optimieren

Für Eigenheimbesitzer seien Optimierungen der Heizanlagen interessant. Die Verbraucherzentrale nennt in diesem Zusammenhang Stichpunkte wie hydraulischer Abgleich, Solaranlage, Erneuerungen von älteren Heizungen, nachträgliche Wärmedämmung und das Abdichten von Fenstern und Türen.

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