Explosion an Chemiestandort: Das ist der Chempark Leverkusen

Karte Chempark Leverkusen

Explosion an Chemiestandort: Das ist der Chempark Leverkusen

Im Leverkusener Chempark sind bei einer Explosion mindestens zwei Menschen getötet worden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Unglücksort.

Wo liegt der Unglücksort?

Die Explosion hat sich in einem Tanklager des Currenta-Entsorgungszentrum in Leverkusen-Bürrig ereignet. Das Entsorgungszentrum liegt nördlich der A1 bei Leverkusen und gehört zum Chempark Leverkusen.

Der Chempark erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang des Rheins in Leverkusen. Er ist gute 480 Hektar groß – quasi ein eigener Stadtteil, in dessen Mitte ein kleiner Park liegt. Auf der einen Seite fließt der Rhein, im Süden liegt der Kölner Stadtteil Flittard, im Norden der Leverkusener Stadtteil Wiesdorf und nördlich davon liegt das Entsorgungszentrum, in dem es zu der Explosion kam.

Was wird im Chempark hergestellt?

Der Chempark beherbergt ein Forschungszentrum, in dem die Bayer AG zusammen mit mehreren Unis z.B. an neuen Wirkstoffen für Medikamente forscht. Außerdem gibt es einen Campus für Angewandte Naturwissenschaften. Vor allem aber haben hier Chemiekonzerne wie Lanxess, Evonik oder Covestro ihre Produktionsanlagen, in denen mehr als 5.000 Chemikalien hergestellt und verarbeitet werden. Die Liste reicht von Aceton, über Natronlauge bis hin zu Schwefelsäure. Die Produkte aus dem Chempark dienen unter anderem als Grundlage für die Produktion von Autos, Baumaterialien, Medikamenten, Kosmetik oder Lebensmitteln.

Die Abfälle, die dabei entstehen, kommen in das Entsorgungs- und Recyclingzentrum. Es gibt dort eine Deponie, eine Kläranlage und eine Sonderabfallverbrennungsanlage. Zur Explosion gekommen ist es im Tanklager des Entsorgungszentrums. Hier stehen riesige Tanks für chemische Abfälle, von denen jeder mehrere hunderttausend Liter Flüssigkeit fassen kann. Drei dieser Tanks waren von der Explosion betroffen, laut Chempark-Betreiber waren sie unter anderem mit chlorhaltigen Lösungsmitteln gefüllt, die durch die Explosion in Brand geraten waren. Ob die dadurch entstandene Rauchwolke Giftstoffe enthielt, wird jetzt untersucht.

Wie viele Menschen arbeiten im Chempark?

Zum Chempark gehören drei Gebiete an den ehemaligen Bayer-Standorten in Krefeld-Uerdingen, Dormagen und Leverkusen. Leverkusen ist der größte der drei Standorte. Dort arbeiten ca. 25.000 der insgesamt 48.000 Mitarbeiter.

Wem gehört der Chempark?

Der Chempark wird von der Firma Currenta betrieben. Currenta ist dort für die Infrastruktur verantwortlich, dazu zählt auch die Entsorgung der Abfälle, z.b. im Entsorgungszentrum in Leverkusen-Bürrig. Currenta ist ursprünglich eine Ausgründung der Bayer AG. 2019 hatten Bayer und Lanxess ihre Anteile an Currenta an eine Infrastruktur-Investmentgesellschaft der australische Bank Macquarie verkauft. 

Wie nah ist es von dort zu Wohngebieten?

Die ersten Häuser von Leverkusen-Bürrig liegen weniger als einen Kilometer östlich vom Explosionsort. Leverkusen-Wiesdorf im Süden ist ähnlich nahe an der Entsorgungsanlage. Der Kölner Stadtteil Merkenich liegt westlich auf der anderen Seite des Rheins in ca. 1,5 Kilometer Entfernung. Im Norden liegt Leverkusen-Rheindorf in knapp 1,5 Kilometer Luftlinie zum Unglücksort.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version schrieben wir, dass Covestro eine Bayer-Tochter ist. Das ist nicht mehr richtig. Zwar ist der Kunststoffhersteller aus der Bayer AG hervorgegangen und war bis 2015 deren Tochtergesellschaft, mittlerweile ist Covestro aber unabhängig. Wir haben die Stelle entsprechend geändert.

Stand: 27.07.2021, 19:49