Dioxin an der Inde: Auch Städteregion befürchtet Belastung

Warnschild Giftig: Totenkopf mit gekreuzten Knochen auf gelben Grund.

Dioxin an der Inde: Auch Städteregion befürchtet Belastung

  • Dioxin- und Schwermetallbelastung entlang der Inde
  • Kreis Düren und Städteregion untersuchen Überschwemmungsgebiete
  • Warnung vor dem Verzehr von Kartoffeln, Möhren und Eiern

Nach den Dioxin-Funden in der Gemeinde Inden sucht jetzt auch die Städteregion nach dem giftigen Stoff. Sie nimmt ab August Proben in den Überschwemmungsgebieten von Omerbach, Vichtbach und Inde in Stolberg.

Woher kommt das Dioxin?

Omer- und Vichtbach sind Zuflüsse der Inde. Dort gibt es natürliche Erzvorkommen aber auch Schwerindustrie - und möglicherweise eben auch Dioxin. Das vermutet die Städteregion.

Jetzt suchen Kreis Düren und Städteregion vor allem nach der Dioxin-Quelle. Der Bürgermeister von Inden fordert, dass man den Verursacher in Regress nehmen soll. Die Auswertung der Bodenproben wird laut Landesamt für Natur und Umwelt aber viele Wochen dauern und ist nicht einfach. Es gibt 75 verschiedene Dioxinverbindungen.

Erhöhte Dioxin-Werte in Inden

Betroffen sind vor allem die 600 Einwohner der kleinen Ortschaft Inden-Frenz. Bereits im April waren dort erhöhte Dioxin-Werte in Heuproben entdeckt worden. Das Heu durfte nicht mehr ans Vieh verfüttert werden.

Inzwischen hat der Kreis Düren Ergebnisse von Bodenproben präsentiert. Danach finden sich vor allem in den Ackerböden entlang der Inde und ihren früheren Überschwemmungsgebieten erhöhte Werte von Dioxin, Blei, Cadmium oder Quecksilber.

Kreis warnt vorsorglich

Der Fluss war mehrfach wegen des Braunkohletagebaus verlegt worden, viele Überschwemmungsflächen sind heute bewohnt. Obwohl die Bodenproben für die Wohngebiete noch nicht vorliegen, hat der Kreis vor dem Verzehr von Bodenfrüchten wie Kartoffeln oder Möhren, aber auch von Eiern abgeraten.

Kinder sollen beim Spielen Hautkontakt mit der Erde vermeiden, Bodenfrüchte sollen nicht ungeschält verzehrt werden.

Schwermetalle aus Blei- und Metallwerken?

Für Bauern gibt es strenge Auflagen, das Schicksal einer Schafherde ist völlig unklar. Nach Ansicht von Fachleuten stammen die Schwermetalle aus den Blei- und Metallwerken im Stolberger und Eschweiler Raum. Sie sind jahrzehntelang offenbar über die Inde in den Unterlauf geschwemmt worden.




Stand: 16.07.2018, 16:39