Warnstreiks im öffentlichen Dienst in NRW

Warnstreiks im öffentlichen Dienst in NRW

Von Peter Hild, Manuel Lippert

  • Hunderte Beschäftigte im Warnstreik
  • Unikliniken müssen OP-Säle schließen
  • Weitere Streikaktionen bis Donnerstag geplant

Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst sind am Dienstag (12.02.2019) Tausende auf die Straße gegangen. In Nordrhein-Westfalen folgten etwa 2.500 Beschäftigte dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik.

Streikende mit Plakaten und Bannern

In Köln, Bonn, Düsseldorf und Essen waren Unikliniken von dem Ausstand betroffen. Betroffen waren in NRW auch Schulen und Hochschulen.

Unikliniken müssen OP-Säle schließen

Laut Gewerkschaft Verdi gab es an den Unikliniken in Köln, Bonn, Essen und Düsseldorf jeweils mehrere hundert Streikende. Knapp die Hälfte aller OP-Säle musste geschlossen werden. Die Notfallversorgung sei aber sichergestellt gewesen.

Mit Bannersprüchen wie "Ich kann gar nicht so schlecht arbeiten, wie ich bezahlt werde" forderten rund 500 Streikteilnehmer in der Landeshauptstadt sechs Prozent mehr Gehalt und mindestens 200 Euro.

GEW ruft Lehrer zum Warnstreik auf

Im Regierungsbezirk Köln wurden auch Schulen und Hochschulen bestreikt, wo die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) tarifbeschäftigte Lehrer zum Arbeitskampf aufgerufen hatte.

Die GEW zählte bei ihren Kundgebungen in Köln, Bonn und Aachen insgesamt rund 800 Teilnehmer. Sie will ihren Streik bis Donnerstag in den anderen NRW-Regierungsbezirken fortsetzen - am Mittwoch in Dortmund, Münster und Gelsenkirchen an, am Donnerstag in Bielefeld, Düsseldorf, Wuppertal und Duisburg.

Angebot der Arbeitgeber gefordert

"Der öffentliche Dienst bleibt nur mit einer guten Bezahlung attraktiv", mahnte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer mit Blick auf den Lehrermangel.

Die Gewerkschaften wollen Druck auf die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) machen. Sie haben noch kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaften haben deshalb weitere Warnstreiks angekündigt. Die Verhandlungen werden am 28. Februar in Potsdam fortgesetzt.

Tarifstreit Öffentlicher Dienst - The English Shop - Mogel-Chips (21.01.2019)

WDR 5 Profit 21.01.2019 24:26 Min. WDR 5

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Stand: 12.02.2019, 19:00

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • 7 rainerriese 13.02.2019, 12:32 Uhr

    Ich erwarte wie die letzten Jahren fast nix, und davon wird's reichlich geben. Für die in den Medien versprochenen Polizisten, Lehrer und Kranken- sowie Altenpfleger wird es etwas mehr geben und das wollen die Arbeitgeber bei den anderen vorher einsparen laut eigenen Forderungen der TDL. Soviel zu wir stecken Geld in die Versorgung der Bürger. Alles politisches Kalkül und Armenspeisung für die unteren Gehaltsgruppen. Verdi forever. Forever arm bei den Ländern. Das wirkt schon seit Jahren alles vorbestimmt und abgesprochen.

  • 6 Die Fahnen hoch 12.02.2019, 23:16 Uhr

    Kommentar enthält eine Liedzeile aus dem "Horst-Wessel-Lied". Dieses unterliegt dem Verbot des § 86a StGB.

  • 5 Atze 12.02.2019, 19:24 Uhr

    Der ÖD wird immer weiter abgehängt. Bei VW oder BMW verdient man als ungelernter Arbeiter mehr, als so mancher Akademiker im ÖD oder ein Intensivpfleger oder Grundschullehrer. Es werden Milliarden an Überschüssen erzielt, aber bei Lohnerhöhungen geht der Geldsack zu. Wenn jemand im ÖD mal 70-80 € mehr im Monat bekommt, steckt er es garantiert in den Konsum. Da kauft keiner Aktien oder einen neuen Fußballer für den 1.FC Kölle.

  • 4 Beamter 12.02.2019, 15:34 Uhr

    Und unser Arbeitgeber jammert wie immer: "Die Kassen sind leer" oder "Die Kassen sind demnächst leer".

  • 3 Matz 12.02.2019, 15:27 Uhr

    Der Bund und die Kommunen haben letztes Jahr 7,5% für drei Jahre bekommen. Wenn die Länder da wesentlich zurückbleiben, wird eine Arbeit dort finanziell immer unattraktiver.

  • 2 Justizknecht 12.02.2019, 14:23 Uhr

    Es wird wie immer laufen: 6% werden gefordert, 2,5% für 2 Jahre werden es werden. Danach feiert die Gewerkschaft einen Erfolg, die öffentlichen Arbeitgeber jammern und die Beschäftigten haben nichts davon, da die Inflation die Erhöhung frisst. Für die Beamten wird das dann, wenn überhaupt, wieder Monate später umgesetzt und der Bürger ist entsetzt, dass Menschen im ÖD überhaupt eine Gehaltserhöhung bekommen. Business as usual.

  • 1 Hans Meier 12.02.2019, 14:09 Uhr

    Ob man die Gehälter hoch oder niedrig findet, hängt von der Ausbildung ab. Für Ärzte oder Juristen ist es wenig. Für Erzieherinnen oder Sekretärinnen eher viel. Für Informatiker wenig, für Geschichtslehrer viel. Kommt drauf an, was man draußen in einer vergleichbaren Position verdient.

    Antworten (1)
    • Geschichtslehrer 13.02.2019, 23:08 Uhr

      Unter Ihrer Prämisse sollten Sie für Ihre Kinder oder Enkel hoffen, dass sich überhaupt noch ein Geschichtslehrer findet, der sie unterrichten will. Es sei denn, Sie finden Geschichte eh unwichtig.