Waldbrände: Feuerwehr beklagt Bürokratie

Waldbrände: Feuerwehr beklagt Bürokratie

  • Waldbrand in Straelen sorgt für Diskussionen
  • Niederländische Armee hatte mit Hubschrauber geholfen
  • Feuerwehr beklagt langsame Hilfe in NRW

Nach der Hilfe der niederländischen Armee beim Waldbrand in Straelen wird über Probleme bei den Rettungskräften hierzulande diskutiert. Wenn die Feuerwehr in NRW die Hilfe der Bundeswehr brauche, sei eine so schnelle Amtshilfe leider eine Seltenheit, erklärte Stephan Derks von der Feuerwehr Kleve am Montag (06.08.2018) im WDR. Am Wochenende war ein niederländischer Löschhubschrauber am Niederrhein im Einsatz gewesen.

Die Anforderung eines Hubschraubers der Bundeswehr sei hingegen kompliziert und zeitaufwendig, sagte Derks. Auch deshalb sei die Hilfe aus dem Nachbarland willkommen. "Ich denke, bei uns sind die Wege zu lang, bis eine Entscheidung getroffen wird."

Viele Beteiligte

Feuerwehrfahrzeug bei Brand in Straelen

Löscheinsatz in Straelen

Bevor ein Hubschrauber der Bundeswehr tatsächlich am Brandort eintreffe, müsste die Anfrage erst vier Behörden und Ministerien passieren, klagt Torsten Schams vom Verband der Feuerwehren NRW. Erster Ansprechpartner sei die Bezirksregierung, diese leite alles ans Landesinnenministerium weiter, dann sei das Bundesinnenministerium dran, bevor die Anfrage beim Verteidigungsministerium lande.

Widerspruch aus dem Innenministerium

Das NRW-Innenministerium will diese Darstellung nicht bestätigen. Im Regelfall leite die Landesregierung Materialanforderungen direkt an das Landeskommando der Bundeswehr weiter. Dies sei gewöhnlich innerhalb einer Stunde erledigt. Wann Hubschrauber tatsächlich am Einsatzort einträfen, könne die Landesregierung nicht beeinflussen.

Löschhubschrauber aus den Niederlanden

WDR 4 Zur Sache | 06.08.2018 | 01:46 Min.

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Mangel an Material

Im Idealfall stehe nach einigen Stunden der Hubschrauber zur Verfügung, manchmal aber auch erst nach "einigen Tagen", so Feuerwehrmann Schams. Dass die Feuerwehren oft nicht optimal auf Waldbrände reagieren können, habe auch andere Gründe. Denn neben Hubschraubern seien auch spezielle Löschwasserbehälter nötig. Jeweils vier Stück mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern seien am Flughafen Köln/Bonn und in Münster stationiert - in Zeiten des Klimawandels seien das zu wenig.

Feuerwehrmann Derks wünscht sich, dass sich deutsche Behörden an den Niederlanden ein Beispiel nehmen. "Wenn dort Gefahr im Verzug ist, dann rödeln die ganz anders als bei uns in Deutschland."

Stand: 06.08.2018, 14:50