Wahlpanne in Krefeld: SPD und Grüne verlieren Mehrheit im Stadtrat

Wahlhelfer sortieren die roten Wahlbriefe mit den abgegebenen Stimmen.

Wahlpanne in Krefeld: SPD und Grüne verlieren Mehrheit im Stadtrat

Laut einem Gutachten wurden die Stimmen bei der Kommunalwahl in einem Stimmbezirk falsch ausgezählt - das gefährdet die Mehrheit von SPD und Grünen im Stadtrat.

200 Stimmen aus dem Stimmbezirk Bismarckplatz sind bei der Kommunalwahl in Krefeld im September falsch ausgezählt worden - zugunsten der SPD. Das hat Wahlleiter Ulrich Cyprian in einer Pressekonferenz bestätigt.

Rot-grün verliert Mehrheit

Eigentlich müsste die CDU einen Sitz mehr und die SPD einen weniger im Stadtrat haben. Momentan besetzt die Koalition aus SPD und Grünen genau die Hälfte der Sitze im Stadtrat.

Die Sitzverteilung im Krefelder Stadtrat vor Entdeckung der Wahlpanne

So sah die Sitzverteilung im Stadtrat vor Entdeckung der Wahlpanne aus: Rot-grün ist in der Mehrheit.

Wird der Stadtrat nach dem korrigierten Wahlergebnis besetzt, haben SPD und Grüne keine Mehrheit mehr.

Die Sitzverteilung im Krefelder Stadtrat nach Entdeckung der Wahlpanne

Wird die Wahl korrigiert, sieht der Stadtrat so aus: Rot-grün hat keine Mehrheit mehr.

Oliver Leist (SPD), der eben erst für den jetzigen Oberbürgermeister Frank Meyer in den Stadtrat nachgerückt war, muss ihn wegen der Wahlpanne wieder verlassen. Angelika Brünsing von der CDU wird ihn ersetzen.

Das hat laut der Stadt Krefeld aber keine Auswirkungen auf die bisherigen Entscheidungen, die im Rat getroffen wurden. Diese seien weiterhin gültig.

279 statt 479 Stimmen gezählt

Nachdem es Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gab, hatte die Stadt die Wahl geprüft. Dabei kam heraus: Im Wahlbüro hat jemand einen Fehler gemacht, als die Person die Stimmen aus zwei Umschlägen addieren sollte. In den Umschlägen waren Briefwahl-Stimmen für die CDU: 239 in dem einen und 240 in dem anderen.

Bei der händischen Addition hat aber jemand vergessen die vorderen Zweien zusammenzuzählen und somit 200 Stimmen unterschlagen. So wurden der CDU 279 Stimmen angerechnet. Anstatt der 479 Stimmen, die sie eigentlich hätte bekommen müssen.

Das Wahlergebnis muss jetzt korrigiert und neu festgestellt werden. Dafür ist der Wahlausschuss zuständig.

Stand: 02.03.2021, 17:18