So funktioniert das Waffenverbot an NRW-Bahnhöfen

Bundespolizei im Bahnhof Düsseldorf und Waffenpictogramme

So funktioniert das Waffenverbot an NRW-Bahnhöfen

  • Bundespolizei verhängt in NRW-Bahnhöfen Waffenverbote
  • Was gilt es dabei zu beachten?
  • Fragen und Antworten

Zur Diskussion über Waffenverbote an NRW-Bahnhöfen

Wo gibt es in NRW Waffenverbotszonen?

Die Bundespolizei hat am letzten Juni-Wochenende erstmals am Dortmunder Hauptbahnhof eine zeitlich befristete Waffenverbotszone eingerichtet. In Köln gilt am letzten Juli-Wochenende (27.-29.07.2018) ein Waffenverbot.

Nach der Auswertung dieser beiden Testläufe werde über das weitere Vorgehen entschieden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Mittwoch (25.07.2018) dem WDR. Möglicherweise werde die Aktion anschließend im Hauptbahnhof Düsseldorf fortgesetzt.

Was gilt als Waffe und was nicht?

Verboten sind nach Angaben der Bundespolizei alle Gegenstände, die als "gefährliche Werkzeuge" gegen Menschen eingesetzt werden können.

Darunter fallen neben Schuss- und Schreckschusswaffen auch "Messer jeglicher Art" und "Schlaggegenstände wie Baseballschläger und Beile".

Vom Verbot ausgenommen sind jedoch Pfeffersprays.

Gibt es Ausnahmen?

Ja. Das Verbot gilt nicht für Sicherheitskräfte und Zugbegleitpersonal. Auch Gastronomie-Betriebe im Bahnhof dürfen während des Verbots weiter ihre Messer nutzen. Ebenso dürfen Handwerker Messer mitführen, wenn sie einen Auftrag zu erledigen haben.

Außerdem dürfen Bahnreisende Schuss- und Schreckschusswaffen sowie Messer mitführen, wenn diese in einem geschlossenen und gesicherten Behälter transportiert werden und - falls erforderlich - ein Waffenschein vorhanden ist.

Wo genau gilt das Verbot?

Bundespolizei im Bahnhof Düsseldorf

Kontrolle nur innerhalb von Bahnhöfen

Da die Bundespolizei nur für die Bahnhöfe selbst zuständig ist, ist das Verbot örtlich darauf begrenzt. In Köln gilt das Verbot zum Beispiel nur innerhalb des Gebäudes des Hauptbahnhofes. Ausgenommen sind der U-Bahn-Bereich, die Dom-Platte und der Breslauer Platz. Diese Bereiche fallen in den Kompetenzbereich der Polizei der Stadt Köln.

Wer wird kontrolliert?

Nach Auskunft der Bundespolizei wird nicht flächendeckend kontrolliert. Es gebe auch keine Einlasskontrollen. "Unsere Zielgruppe sind Partyleute", sagte eine Sprecherin am Mittwoch (25.07.2018) dem WDR. Dazu gehörten vor allem Männer von bis zu 40 Jahren, die unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen auffällig seien.

Es gehe nicht darum, normale Reisende, die möglicherweise ein Schweizer Taschenmesser oder ein Nagel-Set dabei haben, zu kontrollieren.

Warum ist das Verbot zeitlich begrenzt?

Die Bundespolizei sei nicht befugt, permanente Kontrollen durchzuführen, sagte eine Sprecherin dem WDR. Dafür seien die Landesbehörden zuständig.

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Stand: 25.07.2018, 11:43

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 muss das mal loswerden - Teil 2 25.07.2018, 22:45 Uhr

    Dann lese ich hier: "Es gehe nicht darum, normale Reisende, die möglicherweise ein Schweizer Taschenmesser oder ein Nagel-Set dabei haben, zu kontrollieren." Das halte ich für eine Farce. Als vor einigen Jahren der §42a WaffG eingeführt wurde, sollte es auch nur um agressive Jugendliche gehen. Was wurde daraus? Handwerker zahlen 500 Euro Strafe wegen des Führens eines Cuttermessers auf dem Weg zur Arbeit (denn nur am Arbeitsplatz selbst besteht eine Ausnahme vom Führverbot). In der Waffenverbotszone sind verboten: "Messer aller Art" - das Schweizer Messer wird noch Leuten zum Verhängnis werden, es ist nur eine Frage der Zeit. Beispiel Gas-/Schreckschusspistolen: Die darf man heute schon nur mit dem "Kleinen Waffenschein" führen. Um diesen zu erhalten, muss man die selbe Zuverlässigkeit und persönliche Eignung nachweisen, wie Besitzer "echter" Waffen (z. B. Jäger, Sportschützen etc.). Aber in der Waffenverbotszone sind diese überprüften, unbescholtenen Leute auf einmal gefährlich?

  • 4 muss das mal loswerden - Teil 1 25.07.2018, 21:57 Uhr

    Waffenverbotszonen schaden - genau wie der größte Teil des Waffengesetzes - vorwiegend den Menschen, die sich sowieso an Gesetze halten. Während der Einsatz von Waffen (abgesehen von Notwehr) sowieso verboten ist (Mord ist verboten, Körperverletzung ist verboten ...) und sich böse Menschen nicht daran halten, so halten sich genau die selben Menschen auch am wenigsten an Waffenverbote. Wer sich an die Verbote am ehesten hält, das sind gleichzeitig die bevorzugten Opfer ebenjener böser Menschen. Am Hauptbahnhof steht die Bundespolizei und setzt die Verbote durch. Und auf dem Weg zum Bahnhof? In der Regionalbahn? Am Regionalbahnhof? Der dunklen Unterführung und dem restlichen Heimweg? Wer steht da um die Leute zu beschützen, die aus dem Kino kommen, oder von der Arbeit im Kaufhaus, oder die Kellnerin nach der Spätschicht? Alle diese Leute werden gezwungen, ihren Heimweg unbewaffnet anzutreten - Schutz gibt es nur am Hauptbahnhof selbst. "When seconds count, police is only minutes away"

  • 3 Mackie Messer 25.07.2018, 17:47 Uhr

    Warum werden diese Kontrollen angekündigt? Unverhofft kommt oft wäre wahrscheinlich wirkungsvoller.

  • 2 Recht und Gesetz 25.07.2018, 15:07 Uhr

    Werter Atze, zum Glück machen Sie nicht die Gesetze in diesem Land, so dass Ihre Forderungen - "alles einziehen", "sofort hart bestrafen" - völlig belanglos sind. Nach Recht und Gesetz haben Bürger/innen das Recht, bestimmte Gegenstände, die (auch) als Waffen verwendet werden können, also z.B. Messer, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen mit sich zu führen. Ob Sie oder sonstwer dafür Verständnis hat (was soll übrigens ein Chirurg ausserhalb des OP mit einem Messer?), ist völlig ohne Bedeutung, und auch muss niemand Ihnen oder sonstwem gegenüber begründen, warum er/sie ein Messer mitführt. Das ist bürgerliche Freiheit. Trotzdem sind solche "Waffenverbote" meiner Meinung nach sinnvoll. Sie sind dazu da, damit die Polizei, falls sie bei jemandem, der/die sowieso schon auffällig oder aggressiv ist, Messer u.ä. finden, dieses beschlagnahmen kann. Sonst könnte die Polizei das nämlich nicht ohne weiteres, siehe "bürgerliche Freiheit".

    Antworten (2)
    • Bürgerliche Freiheit 25.07.2018, 17:51 Uhr

      Atze könnte sich zur nächsten Wahl aufstellen lassen.

    • Atze 25.07.2018, 18:12 Uhr

      Naja, dann soll jemand mit einer Machete oder Kampfmesser seine bürgerlichen Freiheiten mal ausleben, evtl. kann er ihnen auch mal helfen, wenn ein Apfel zu schälen ist. Man muss sich einmal anschauen, welches Arsenal die Bundespolizei so alles an Messern& Co. in Verwahrung hat, welche eingezogen werden mussten. Die " bürgerliche Freiheit" hört da auf, wo ich mich bedroht fühle.

  • 1 Atze 25.07.2018, 14:03 Uhr

    Da muss ich mir keine Sorge machen, dass die gute Landfrau mit ihrem Korb voller Möhren und Kohlrabi kontrolliert wird und ihr das Pittermesser eingezogen wird. Oder der Nachbar, ein älterer pensionierter Oberstudienrat mit seiner Liebe zum Schweizer Taschenmesser, bei einer Kontrolle eines seiner Sammlerstücke abgeben muss. Wer muss überhaupt mit einem Messer herumlaufen? Verständnis hätte ich für Metzger, auf dem Weg von und zur Arbeit, Chirurgen, Jäger, Kellner mit Tranchierbestreck. Aber ansonsten muss niemand ein Messer bei sich führen. Auch keine Baseballschläger, fernab von Spielfeldern oder Pistolen, Waffen schlechthin. Das gehört eingezogen, sofern möglich und rechtlich zulässig. Diese Kontrollen sollten unregelmäßig, aber mehrfach im Jahr erfolgen. Wer auffällt, gehört sogleich mit einer hohen Geldstrafe belegt.

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