Düsseldorf hält Obdachlose mit Steinen fern

Steine gegen Obdachlose

Düsseldorf hält Obdachlose mit Steinen fern

  • Stadt geht gegen Obdachlose unter Rheinkniebrücke vor
  • Steine sollen Übernachtungen verhindern
  • Obdachlosenhilfe Fiftyfifty kritisiert Vorgehen

Dicht an dicht liegen sie da. Die großen grauen Findlinge, die die Stadt Düsseldorf am Fußgänger- und Radfahrer-Aufgang zur Rheinkniebrücke hat abladen lassen. Bisher schliefen hier Obdachlose. Sie suchten unter der Brücke Schutz vor Wind und Wetter, nutzten die Fläche unter den Fußgängeraufgängen als Schlafplatz.

Anwohnerbeschwerden wegen Fäkalien

Doch zuletzt gab es offenbar immer öfter Ärger. Wie die Stadt Düsseldorf berichtet, habe es zunehmend Beschwerden von Anwohnern gegeben. Vor allem wegen des Drecks durch Fäkalien im Umfeld, so ein Stadtsprecher.

Die Obdachlosen seien daraufhin von Sozialarbeitern aufgefordert worden, den Platz zu verlassen. Die Stadt habe ihnen eine alternative Unterkunft in einer ehemaligen Schule in Düsseldorf-Heerdt angeboten, in der auch Hunde erlaubt seien.

Nachdem die Wohnungslosen weg waren, seien dann die Steine abgeladen worden. Liegen oder Schlafen ist dadurch nicht mehr möglich.

Die Steine unter der Rheinkniebrücke wurden mittlerweile weggeräumt.

Die Steine wurden zum Teil zur Seite geräumt.

Mittlerweile hat sich eine Familie über Facebook beim WDR gemeldet. Sie erklärten, sie hätten einen Teil der Steine weggeräumt: "Heute Abend können die Obdachlosen wieder unter die Brücke. Die Steine sind fast weg und wenn sie morgen wieder hier liegen sollten, kommen wir wieder und räumen sie wieder weg."

Organisationen kritisieren Vorgehen

Die Flüchtlingsinitiative Stay und die Obdachlosenhilfe Fiftyfifty sind entsetzt über das Vorgehen. Sie bezeichnen die Aktion als menschenverachtend. Sie rufen dazu auf, Protestmails an die Stadt zu schreiben.

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Stadt macht immer wieder Angebote

Die Stadt Düsseldorf versuchte in der Vergangenheit immer wieder, Obdachlose in Unterkünften oder Wohnungen unterzubringen und machte ihnen Angebote.

Im Winter 2018/2019 übernachteten in den Seitenpavillons des NRW-Forums Obdachlose in Zelten und Schlafsäcken. Nach Diskussionen um eine geplante Räumung stellte die Stadt im April dann zwei Häuser zur Verfügung, die zuvor als Flüchtlingsunterkünfte dienten.

Stand: 25.09.2019, 14:31