Ticket-Chaos befürchtet: Neue Automaten im VRR

Rote Ticketautomaten der DB und neue Ticketautomaten des VRR

Ticket-Chaos befürchtet: Neue Automaten im VRR

  • Neue Ticketautomaten im VRR
  • Kritik: Ticketchaos für Kunden
  • VRR: Leichtere Bedienung der Geräte

Am 15. Dezember 2019 stellt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr seinen Fahrplan um. Dann übernimmt das französische Privatunternehmen Transdev den Verkauf der Nahverkehrstickets im VRR-Gebiet. Die Kunden müssen ihre Tickets dann an neuen, grünen Fahrkartenautomaten kaufen.

Ticketchaos an Bahnhöfen befürchtet

Das Problem mit den neuen Automaten: Bisher gab es an den alten, roten Automaten der Deutschen Bahn alle Tickets für Nah- und Fernverkehr zu kaufen. Das geht zwar auch weiterhin, die Option für Verbindungen im Fernverkehr ist aber deutlich schwerer zu finden.

Ein Beispiel: Sucht man auf der Startseite des Automaten nach einer Verbindung von Düsseldorf nach Berlin, so dauert die Reise mit dem angebotenen Ticket über neun Stunden. Der neue VRR-Automat bietet den Kunden nämlich standardmäßig eine Verbindung mit den langsamen Regionalbahnen an.

Um Fernverkehrstickets kaufen zu können, muss man sich zunächst auf ein verstecktes Untermenü navigieren. Der Fahrgastverband ProBahn sagt dazu: "Die neuen Automaten gibt es rein aus betriebswirtschaftlichen Gründen, einen Vorteil für die Kunden bieten sie nicht."

Auch Automaten der Deutschen Bahn bleiben stehen

Der VRR verspricht seinen Kunden, dass die neuen Automaten deutlich einfacher zu bedienen seien. Etwa durch kontaktloses Zahlen per Karte oder eine Anzeige der Abfahrtszeiten an den Geräten.

An kleinen Bahnhöfen wird es dann ab Mitte Dezember nur noch die grünen Automaten der Firma Transdev geben. An großen Bahnhöfen, wie etwa dem Düsseldorfer Hauptbahnhof, bleiben aber auch rote Automaten der DB stehen.

An diesen gibt es dann aber nur noch Tickets des Fernverkehrs zu kaufen.

Neuer Betreiber spart Kosten ein

Der Grund für den Betreiberwechsel: Die Firma Transdev hat die Ausschreibung des Verkaufs von Nahverkehrstickets gewonnen. Der VRR ist zu der Ausschreibung gezwungen.

Der neue Betreiber will durch den Abbau von circa 60 Ticketautomaten Kosten sparen: Zehn Millionen Euro sollen es pro Jahr sein, verspricht der VRR. Das gesparte Geld will man vor allem in neue Züge investieren.

Stand: 05.12.2019, 14:33