JVA Köln-Ossendorf: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bestechlichkeit

JVA Köln-Ossendorf: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bestechlichkeit

  • Bedienstete der JVA Köln unter Verdacht
  • Beamter soll Handys in die JVA geschmuggelt haben
  • Beleidigungen von Häftlingen in Whats-App-Gruppe

Die Kölner Staatsanwaltschaft (18.02.2020) ermittelt gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt in Köln-Ossendorf wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Dem Mann wird vorgeworfen Mobiltelefone in die Justizvollzugsanstalt geschmuggelt und sie Häftlingen übergeben zu haben. Für das Schmuggeln der Handys soll der Mitarbeiter der JVA Geld und Geschenke bekommen haben.

Fristlos gekündigt worden war dem Beamten bereits im November. Er und weitere Bedienstete sollen während der Arbeit über ihre Privathandys beleidigende Whats-App-Nachrichten über Gefangene ausgetauscht haben. Das erklärte heute die JVA-Leiterin Angela Wotzlaw.

Zudem sollen die Beschuldigten Fotos sowie kurze Videos von Häftlingen und Kollegen in einer Chatgruppe verbreitet haben. Gefilmt oder fotografiert wurde mutmaßlich in manchen Fällen auch heimlich, ohne Wissen der Betroffenen. Und das, obwohl das Benutzen von Handys in der JVA Ossendorf generell verboten ist.

Weitere Ermittlungen laufen

Zwei weitere Beschäftigte hätten Aufhebungsverträge unterschrieben, sagte Wotzlaw. Insgesamt könnten bis zu zehn Beamte an den gefundenen Chats beteiligt gewesen sein. Zudem stünden drei weitere Bedienstete im Fokus, die in dem Chat mitgelesen und die diffamierenden Inhalte nicht gemeldet haben sollen. Diese sind weiter im Dienst. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Beschäftigte beteiligt seien.

Stand: 18.02.2020, 11:17

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