Verdi erhebt schwere Vorwürfe gegen Kötter

Streiks bei Kötter am Düsseldorfer Flughafen

Verdi erhebt schwere Vorwürfe gegen Kötter

  • Kötter wollte offenbar Streik im Januar verhindern
  • Vorwurf: Massive Drohungen gegen befristete Beschäftigte
  • Kötter dementiert Vorwürfe

Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag (22.20.2019) schwere Vorwürfe gegen den Essener Sicherheits-Dienstleister Kötter erhoben. Die Firma soll nach WDR-Informationen versucht haben, den Streik des Sicherheitspersonals am 10. Januar am Düsseldorfer Flughafen zu verhindern. Dabei sollen befristete Mitarbeiter massiv unter Druck gesetzt worden sein. Kötter dementiert.

Chatverläufe sollen Drohungen dokumentieren

Die Gewerkschaft legte am Freitag entsprechende SMS-Chatverläufe vor, die die Vorwürfe bekräftigen sollen. Darin sei dokumentiert, dass eine Kötter-Mitarbeiterin am Tag vor dem Streik befristet Beschäftigte mehrfach kontaktiert habe, um Streikbrecher zu organisieren. Dies sei laut Verdi offenbar im Auftrag der Unternehmens-Geschäftsführung geschehen.

Kötter weist Vorwürfe zurück

Ein Sprecher von Kötter dementierte inzwischen die Verdi-Anschuldigungen gegenüber dem WDR: Zwar seien dem Unternehmen entsprechende Behauptungen bekannt. Falsch sei aber, dass die Geschäftsführung die Mitarbeiterin zu den genannten Aktivitäten beauftragt oder motiviert habe. Dies weise man in aller Schärfe zurück.

In einer schriftlichen Stellungnahme von Kötter heißt es: "Die vorliegenden Informationen veranlassen uns aber selbstverständlich dazu, dem Ganzen auf den Grund zu gehen und die Tatsachen detailliert zu eruieren."

Verdi fordert lückenlose Aufklärung

Die Gewerkschaft Verdi weicht nicht von ihren Vorwürfen ab. Dessen Sprecher Özay Tarim sagte dem WDR, es könne nicht sein, dass eine Kötter-Mitarbeiterin Sicherheitsleute am Flughafen dermaßen nötigt und unter Druck setzt. Es gehe hier um Grundrechte. Denn die Mitarbeiter dürften selbst entscheiden, ob sie dem Aufruf der Gewerkschaft folgen oder nicht.

Die Gewerkschaft spricht von mehreren dieser Fälle. Sie fordert von den Beteiligten eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle.

Stand: 22.02.2019, 17:44