Wieder keine Entscheidung im Streit um den Konverter-Standort

Konverter-Streit: Kaarster Anwohner wehren sich die Freigabe der „Dreiecksfläche“ an der A57.

Wieder keine Entscheidung im Streit um den Konverter-Standort

Von Peter Hild

  • Düsseldorfer Regionalrat will die Bezirksregierung entscheiden lassen
  • Die Politiker fürchten Klagen
  • Entscheidung zieht sich seit Jahren hin

Der jahrelange Streit um einen geeigneten Platz für einen Stromkonverter ist nicht zuende. Der Düsseldorfer Regionalrat hat auch am Donnerstag (12.07.2018) keine Entscheidung getroffen. Die CDU/FDP-Mehrheit will die Bezirksregierung Düsseldorf in die Pflicht nehmen, diese für sie unbequeme Entscheidung zu fällen.

Bezirksregierung soll prüfen

Eine Umspannanlage des Übertragungsnetzbetreiber Amprion in Wesel (NRW).

Die Bezirksregierung soll dazu die Unterlagen von Amprion prüfen. Der Netzbetreiber hat sich für den Standort Kaarst ausgesprochen, weil dort kaum Wohnbebauung drumherum existiert. Stattdessen verlaufen in unmittelbarer Nähe Bahngleise und die Autobahn. Bisher ist in Kaarst jedoch Kiesabbau vorgesehen. Amprion muss aber in den nächsten zwei Monaten seine Unterlagen mit einem geeigneten Standort einreichen. Da der Regionalrat wieder keine Entscheidung getroffen hat, rückt Meerbusch-Osterath als Standort in den Fokus.

Bürgerinitiativen kämpfen gegen beide Standorte

In beiden Städten wehren sich Bürgerinitiativen seit Jahren gegen den Stromkonverter in der Nähe ihrer Wohnhäuser. Sie befürchten Elektrosmog durch die rund 20 Meter hohe und mehrere hundert Meter lange Halle, in der für den schnelleren Transport Strom umgewandelt werden soll. Die Fläche in Kaarst wird von vielen Seiten favorisiert, weil dort der Abstand zu den nächsten Wohnhäusern am größten sei.

Der Regionalrat müsste die Fläche dafür freigeben, eine Mehrheit aus CDU und FDP sieht das jedoch kritisch. Dadurch komme das Kiesabbaukonzept für den gesamten Niederrhein ins Wanken, außerdem würden Klagen befürchtet, heißt es.

Keine Seite fühlt sich für Entscheidung verantwortlich

Die Entscheidung über einen Standort zieht sich seit Jahren hin, weil sich regionale Gremien und Politiker die Verantwortung dafür hin- und herschieben. Die Bürgerinitiative in Osterath und zuletzt sogar das NRW-Wirtschaftsministerium fordern vom Regionalrat, die Kaarster Fläche für den Konverterbau freizugeben.

Viele Mitglieder des Regionalrats sehen dagegen die Bundesnetzagentur und Amprion am Zug, die noch zahlreiche Fragen zu möglichen Standorten beantworten sollen. Amprion betont jedoch, alles beantwortet zu haben, so dass nun der Regionalrat entscheiden müsse.

Letzte Entscheidung liegt bei Bundesnetzagentur

Am Ende wird die Bundesnetzagentur als Bundesbehörde final über den Standort entscheiden.

Stand: 12.07.2018, 14:30