Kindesmissbrauch: Vierter Verdächtiger in U-Haft

Kindesmissbrauch: Vierter Verdächtiger in U-Haft

  • Missbrauchsfälle eigener Kinder und Stiefkinder
  • Vierter Mann in U-Haft
  • Mann stammt aus dem Raum Langenfeld

Im Fall des sexuellen Missbrauchs eigener Kinder und Stiefkinder durch mehrere Männer ist ein vierter Tatverdächtiger in Untersuchungshaft gekommen. Wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf dem WDR am Freitag (01.11.2019) bestätigte, wurde gegen den Mann aus dem Raum Langenfeld Haftbefehl erlassen.

Zuvor waren bereits gegen drei Männer aus Bergisch Gladbach, dem Raum Wesel und dem Raum Wiesbaden Haftbefehle erlassen worden.

Jüngstes Opfer war kein Jahr alt

Die Tatverdächtigen sollen den Ermittlern zufolge mindestens sechs eigene Kinder und Stiefkinder sexuell missbraucht und sich gegenseitig Aufnahmen der Taten geschickt haben. Das jüngste Opfer war nach Angaben der Polizei jünger als ein Jahr.

Tausende von Dateien mit kinderpornografischem Inhalt

In der vergangenen Woche hatte die Polizei bei einer Hausdurchsuchung in Bergisch Gladbach Tausende von Dateien mit kinderpornografischem Material gefunden. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer geht jetzt von aufwendigen Ermittlungen aus, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken werden.

Hinweise, dass es in dem Fall weitere Täter neben den vier in U-Haft sitzenden Männern gibt, liegen zurzeit nicht vor, sagte Bremer am Freitag.

Kinderhilfe: Strafe ist zu niedrig

Die Deutsche Kinderhilfe forderte das Justizministerium unterdessen auf, die Höchststrafe für Kindesmissbrauch zu erhöhen.

Eine Sprecherin des Ministeriums betonte am Freitag, es werde laufend geprüft, wie diese schweren Straftaten noch effektiver verfolgt werden könnten. Den gegenwärtigen Strafrahmen von bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe für Kindesmissbrauch sehe das Ministerium jedoch "als angemessen" an.

Stand: 01.11.2019, 13:40