Fall Greta: Erzieherin durfte nicht mit Kindern alleine sein

Zwei Stofftiere und Kerzen liegen vor dem Eingang einer Kindertagesstätte in Viersen.

Fall Greta: Erzieherin durfte nicht mit Kindern alleine sein

  • Bericht des NRW-Justizministerums
  • Kein Vertrauen in Erzieherin
  • Mangelnde fachliche Kompetenz

Die Erzieherin, die die dreijährige Greta in einer Kita in Viersen getötet haben soll, ist offenbar in allen Einrichtungen gescheitert, in denen sie angestellt war. Das geht aus einem Papier des NRW-Justizministeriums hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Montag (08.06.2020) vorliegt. Der Bericht soll am Mittwoch (10.06.2020) dem Rechtsausschuss des NRW-Landtags vorgelegt werden.

Kein Vertrauen

Dem Bericht zufolge durfte die Frau während ihres Anerkennungsjahrs in einer Krefelder Kita nicht allein mit den Kindern bleiben, weil man ihr nicht vertraut habe. Der Arbeitsvertrag mit der Kita in Kempen, in der sie danach gearbeitet hat, sei nicht verlängert worden - wegen fehlender fachlicher Kompetenz und Engagement.

Auch der Vertrag mit einer Kita in Tönisvorst sei nach der Probezeit gekündigt worden. An ihrer letzten Arbeitsstelle in Viersen hatte die Frau selbst gekündigt. In dieser Kita soll es zwischen ihrer Kündigung und ihrem letzten Arbeitstag zum Vorfall mit der kleinen Greta gekommen sein.

Die tatverdächtige Erzieherin soll das Mädchen so schwer verletzt haben, dass es später im Krankenhaus starb. Auch in allen anderen Kitas, in denen sie gearbeitet hat, soll sie nach Ansicht der Ermittler Kinder verletzt haben. Sie sitzt seit Mitte Mai in Untersuchungshaft.

Landesjugendamt will nachbessern

Per Gesetz müssen Kita-Träger normalerweise mögliche Kindswohlgefährungen melden. Dennoch wurden mehrere Notfälle mit Kindern im Umfeld der tatverdächtigen Erzieherin offenbar nicht als solche erkannt - sondern wohl als medizinische Vorfälle gewertet und deswegen nicht gemeldet.

Das zuständige Landesjugendamt will jetzt nachbessern und den Kita-Verantwortlichen deutlich machen, dass auch solche Fälle gemeldet werden sollen. Lieber eine Meldung zu viel als zu wenig, so das Landesjugendamt.

Neues zum Kita-Mord Viersen

00:44 Min. Verfügbar bis 08.06.2021

Stand: 09.06.2020, 11:08

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